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Wer wird was in der neuen Regierung?

Wer wird was in der neuen Regierung?

Offiziell wurde das Thema in den Sondierungsgesprächen nicht erwähnt – Spekulationen über das künftige Bundeskabinett gibt es jedoch in Hülle und Fülle. Tatsächlich gesetzt ist bislang nur ein Posten: Angela Merkel als Kanzlerin.

 Wechselt Peter Altmaier (CDU) vom Umwelt- ins Wirtschaftsressort?
Wechselt Peter Altmaier (CDU) vom Umwelt- ins Wirtschaftsressort?
Wer wird was in der neuen Regierung?
 Thomas de Maizière (CDU) wird als Außenminister gehandelt.
Thomas de Maizière (CDU) wird als Außenminister gehandelt.
 Ursula von der Leyen (CDU) muss vielleicht Gesundheit machen.
Ursula von der Leyen (CDU) muss vielleicht Gesundheit machen.
Wer wird was in der neuen Regierung?
 Alexander Dobrindt (CSU) kommt für Entwicklungshilfe infrage.
Alexander Dobrindt (CSU) kommt für Entwicklungshilfe infrage.
 CSU-Mann Peter Ramsauer bleibt wohl Verkehrsminister. Fotos: dpa
CSU-Mann Peter Ramsauer bleibt wohl Verkehrsminister. Fotos: dpa
 Arbeit und Soziales könnten SPD-Chef Sigmar Gabriel reizen.
Arbeit und Soziales könnten SPD-Chef Sigmar Gabriel reizen.
 Thomas Oppermann (SPD) ist als Verteidigungsminister denkbar.
Thomas Oppermann (SPD) ist als Verteidigungsminister denkbar.
 Manuela Schwesig ist die SPD-Expertin für Familienpolitik.
Manuela Schwesig ist die SPD-Expertin für Familienpolitik.
 Matthias Machnig (SPD) ist als Umweltminister im Gespräch. Fotos: dpa
Matthias Machnig (SPD) ist als Umweltminister im Gespräch. Fotos: dpa
 Übernimmt Andrea Nahles (SPD) Landwirtschaft und Verbraucherschutz?
Übernimmt Andrea Nahles (SPD) Landwirtschaft und Verbraucherschutz?
 Brigitte Zypries (SPD) könnte wieder Justizministerin werden.
Brigitte Zypries (SPD) könnte wieder Justizministerin werden.
Wer wird was in der neuen Regierung?

Ansonsten ist völlig offen, wie die Ministerien zwischen den wahrscheinlichen Koalitionspartnern CDU, CSU und SPD verteilt werden und wer die neuen Minister sind. Aber es gibt plausible Annahmen, die das künftige Kabinett der großen Koalition erahnen lassen.

Nach den Stärkeverhältnissen wird die SPD wohl sieben Ressorts bekommen, die Union neun. Davon dürfte die CSU drei beanspruchen, so dass der CDU nur sechs blieben. In der schwarz-gelben Koalition waren es noch acht Ressorts. Zwar tritt Familienministerin Kristina Schröder nicht mehr an, aber mindestens ein weiterer CDU-Politiker wird zusätzlich verzichten müssen - trotz des überragenden Wahlsieges.

Die große Unbekannte ist, ob die SPD das Finanzministerium haben will und bekommt. Es gilt als zweitwichtigstes Ressort. Viele in der SPD bestehen darauf. Andererseits läge die Verantwortung für die Milliarden, die vielleicht doch nach Griechenland fließen müssen, deutlicher bei der Union, wenn CDU-Mann Wolfgang Schäuble im Amt bliebe. Außerdem, ganz schlicht, haben die Sozialdemokraten keinen, der politisch groß genug wäre, um den Job auszufüllen. Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier wollen nicht. Jörg Asmussen, lange Finanzstaatsekretär und jetzt EZB-Direktoriumsmitglied, wäre politisch wohl zu leichtgewichtig.

Wer was wird, hängt auch vom Zugriffsverfahren ab. 2005, als beide Parteien fast gleich stark waren, ging das so: Die ersten zwei Posten bekam die Union. Dann durfte die SPD zwei Ministerien wählen und so weiter. Das wird wegen des schlechteren Wahlergebnisses für die SPD diesmal nicht wieder so laufen.

Wenn sie Finanzen nicht bekommt, wird die SPD als Schlüsselressort vermutlich Arbeit und Soziales nehmen, für Parteichef Sigmar Gabriel, der zugleich Vizekanzler wird. Eines der außenpolitischen Ressorts muss sie auch haben - Verteidigung ist sinnvoller als das kleine Entwicklungshilferessort und auch als das Auswärtige Amt, dessen Aufgaben immer mehr vom Kanzleramt übernommen worden sind. Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer, wäre als Verteidigungsminister eine Möglichkeit, könnte zur Not aber auch Außenminister.

Praktisch gesetzt ist Manuela Schwesig für die Familienpolitik. Aus dem Topf Wirtschaft und Umwelt würde die SPD wahrscheinlich Umwelt wählen. Vielleicht für den thüringischen Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Er hat aber eine Affäre um Übergangsgelder am Hals. Andrea Nahles für Landwirtschaft und Verbraucherschutz könnten die Riege ergänzen. Dann bräuchten die Sozialdemokraten auch ein innenpolitisches Ressort. Brigitte Zypries, schon mal Hausherrin, wäre für Justiz eine gute Wahl. Ebenso die Rheinland-Pfälzerin Doris Ahnen für Bildung.

Die CSU will außer Hans-Peter Friedrichs Innenministerium wahrscheinlich wieder das Verkehrsministerium mit seinen Milliarden leiten. Peter Ramsauer bliebe also. Entwicklungshilfe war schon immer ein traditionelles CSU-Ressort, das sie jetzt endlich wieder besetzen könnte: Mit Generalsekretär Alexander Dobrindt, den Horst Seehofer mit einem Ministerposten für die gelungenen Wahlkämpfe in Bayern belohnen will.

Bei der CDU bliebe Schäuble Finanzminister. Thomas de Maizière könnte vom Verteidigungsministerium ins Auswärtige Amt ausweichen. Ursula von der Leyen, gelernte Ärztin, müsste wohl Gesundheit machen, was ihrer Karriereplanung im Moment nicht ganz entspricht. Peter Altmaier, Merkel-Vertrauter aus dem Saarland, würde für den Verlust des Umweltministeriums mit dem Wirtschaftsressort entschädigt. Bleibt die Frage, wen sich die Kanzlerin als Minister ins eigene Amt holt. Möglicherweise wird Ronald Pofalla nach Europa wegbefördert, so dass der Weg für den fleißigen Generalsekretär Hermann Gröhe frei wäre. Allerdings wäre hier auch Altmaier denkbar. Auf der Strecke bliebe bei diesem Modell die bisherige Bildungsministerin Johanna Wanka.