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Zwölf Monate ohne Job: Weniger Saarländer bleiben lange arbeitslos

Zwölf Monate ohne Job : Weniger Saarländer bleiben lange arbeitslos

Die Arbeitsagentur meldet Erfolge im Kampf gegen Dauer-Arbeitslosigkeit. Der VdK bleibt skeptisch.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Saarland geht nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit seit 2007 zurück. „Waren 2007 rund 15 800 Menschen ein Jahr und länger arbeitslos, waren es 2017 noch 12 300 und damit 22 Prozent weniger“, teilte die Agentur gestern in Saarbrücken mit. Im aktuellen Juli seien 11 200 Personen langzeitarbeitslos. Betroffen seien am häufigsten Menschen mit sprachlichen Defiziten und geringer Qualifikation. Auch Krankheit, ein höheres Lebensalter oder die Betreuung eines Kindes unter drei Jahren seien Faktoren. Im Jahresdurchschnitt 2017 waren demnach rund 65 Prozent der Langzeitarbeitslosen geringqualifiziert, ein Viertel war 55 Jahre und älter und 14 Prozent wiesen beide Merkmale auf.

Der Sozialverband VdK im Saarland bewertete die Zahlen der Arbeitsagentur allerdings kritisch: „Immer noch mehr als 11 000 Langzeitarbeitslose allein im Saarland zeugen davon, dass die bisherige Arbeitsmarktpolitik nicht für jeden greift“, sagte VdK-Landeschef Armin Lang gestern. Eine eindeutige Entschärfung der Situation  könne man nach den Erfahrungen der Mitglieder seines Verbandes nicht erkennen. Lang verwies darauf, dass viele ältere Betroffene in der Statistik gar nicht mehr auftauchten, und forderte mehr öffentlich geförderte Beschäftigung.

Der Arbeitsagentur zufolge fanden im vergangenen Jahr rund 2200 vormals Langzeitarbeitslose im Saarland eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, davon 22,5 Prozent in der Leiharbeit. Rund 18 Prozent hätten eine Anstellung in Bereichen wie Wach- und Sicherheits- oder Hausmeisterdienste gefunden, im Handel seien 250 untergekommen.

Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im Saarland im Juli saisonbedingt gestiegen – auf 33 000 Menschen (Quote 6,2 Prozent). Das waren rund 1100 mehr als vier Wochen zuvor. Vor einem Jahr waren es allerdings 2000 mehr (Quote: 6,7 Prozent). Bundesweit verzeichnete die Agentur mit 2,325 Millionen Jobsuchern die niedrigste Juli-Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren.