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Weltweite Angst wegen Eskalation im Iran-Konflikt

Weltweite Angst wegen Eskalation im Iran-Konflikt

Brüssel/Tel Aviv. Nach dem diplomatischen Eklat um die Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran wachsen die Sorgen vor einer weiteren Verschärfung der Auseinandersetzung mit dem Iran. Während Israel gestern dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad unverhohlen mit einem Militärschlag gegen das Atomprogramm drohte, verschärfte auch Europa seine Gangart

Brüssel/Tel Aviv. Nach dem diplomatischen Eklat um die Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran wachsen die Sorgen vor einer weiteren Verschärfung der Auseinandersetzung mit dem Iran. Während Israel gestern dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad unverhohlen mit einem Militärschlag gegen das Atomprogramm drohte, verschärfte auch Europa seine Gangart. Die Außenminister der 27 EU-Staaten beschlossen, ein Verbot von Öleinfuhren aus dem Iran vorzubereiten. Auch soll das Finanzsystem des Landes von jenem des Westens abgeschnitten werden. Die neuen Sanktionen sollen im Januar beschlossen werden.Bisher war die EU vor einem Einfuhrstopp für Öl zurückgeschreckt, weil Griechenland und Italien stark von iranischen Einfuhren abhängig sind. "Die Sanktionen der EU sind nicht die Antwort auf die Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran, sondern die Antwort auf die mangelnde Kooperation des Irans beim Atomprogramm", sagte Außenminister Guido Westerwelle. "Eine nukleare Bewaffnung des Irans wäre nicht nur für die Region verheerend, sondern es wäre auch für die gesamte Welt eine Störung der Balance." In Israel erklärte Verteidigungsminister Ehud Barak, sein Land schrecke im Notfall auch nicht vor einem Krieg gegen den Iran zurück. Wenn Israel wegen des iranischen Atomprogramms "in die Enge getrieben" werde, bleibe keine andere Wahl, als zu handeln, sagte Barak. Ein Angriff auf die Atomanlagen komme aber nur als letzte Möglichkeit in Betracht.

In Deutschland sorgten unterdessen angebliche Pläne Irans für Anschläge auf US-Streitkräfte im Bundesgebiet im Falle eines US-Angriffs für Aufregung. Generalbundesanwalt Harald Range hatte Medienberichte bestätigt, wonach in diesem Fall Ermittlungen liefen. Am Abend erklärte ein Sprecher der Behörde, die Bundesanwaltschaft führe zwar ein Ermittlungsverfahren gegen einen Beschuldigten wegen des "Verdachts der Agententätigkeit zu Sabotagezwecken", bei einer Durchsuchung habe man jedoch nichts gefunden, was den Anfangsverdacht erhärtet hätte. und Meinung dpa

Foto: Gombert/dpa