Weltfrauentag am 8. März in Berlin ist jetzt offiziell.

8. März : Kritik an neuem Feiertag in Berlin

Berliner können von nun an am 8. März offiziell frei machen. Nicht jedem gefällt das.

In Berlin ist der alljährlich am 8. März begangene Frauentag ab sofort neuer gesetzlicher Feiertag. Das Berliner Abgeordnetenhaus stimmte gestern nach zweiter Lesung mit 87 zu 60 Stimmen für den Gesetzentwurf der rot-rot-grünen Landesregierung. Kritik kam von der Wirtschaft. „Den zusätzlichen Feiertag kann sich Berlin überhaupt nicht leisten“, erklärte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg.

Berlin hat nun zehn gesetzliche Feiertage. Damit schloss das Bundesland mit den bisher wenigsten Feiertagen nun zu einer Reihe anderer Bundesländer auf. 2018 hatten bereits mehrere Landesparlamente neue Feiertage eingeführt. Während die norddeutschen Bundesländer den Reformationstag zum Feiertag machten, setzte Thüringen auf den Weltkindertag. Der Stadtstaat Berlin ist das einzige Bundesland mit dem Frauentag als Feiertag.

Unternehmervertreter Amsinck erklärte, mit der politischen Entscheidung verzichte Berlin auf 160 Millionen Euro Wirtschaftsleistung. „Der Abstand zum Bundesdurchschnitt wird damit noch größer.“ Wer aber wie Berlin 4,4 Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich beziehe, solle lieber alles daran setzen, seine Wirtschaftskraft zu steigern, „um nicht länger Kostgänger zu sein“, sagte Amsinck.

Hingegen erklärte Derya Caglar, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD im Abgeordnetenhaus, die Entscheidung sei „ein ganz großes Zeichen dafür, dass wir auf dem Weg der Gleichstellung von Frau und Mann weiterkommen“.

Die Initiative war aus der SPD gekommen. Der Frauentag geht auf die Konferenz sozialistischer Frauen im Jahr 1910 in Kopenhagen zurück, die Frauenrechtlerin Clara Zetkin war Initiatorin. Ab 1947 wurde der Frauentag in der DDR offiziell begangen – in Westdeutschland gewann er erst ab den 70er Jahren an Bedeutung.