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Weg frei für Kohle-Abbau bei Reisbach

Weg frei für Kohle-Abbau bei Reisbach

Saarbrücken. Der Weg für die Kohleförderung im Streb Wahlschied 8.7 West südlich des Saarwellinger Gemeindeteils Reisbach ist frei. Das Bergamt Saarbrücken genehmigte gestern den Abbau. Das teilten Hans Alois Schmitt, Leiter des Bergamts, sowie der saarländische Ministerpräsident Peter Müller und Wirtschaftsminister Joachim Rippel (beide CDU, Foto: Becker&Bredel) mit

Saarbrücken. Der Weg für die Kohleförderung im Streb Wahlschied 8.7 West südlich des Saarwellinger Gemeindeteils Reisbach ist frei. Das Bergamt Saarbrücken genehmigte gestern den Abbau. Das teilten Hans Alois Schmitt, Leiter des Bergamts, sowie der saarländische Ministerpräsident Peter Müller und Wirtschaftsminister Joachim Rippel (beide CDU, Foto: Becker&Bredel) mit. Die RAG - Deutsche Steinkohle AG will nach eigenen Angaben im Oktober mit der Kohleförderung in dem Streb beginnen. Der Abbau wird sich den Planungen zufolge über ein Jahr erstrecken. Mitte 2012 soll Schluss mit dem Steinkohle-Bergbau im Saarland sein.

Gleichzeitig entzog das Bergamt gestern die Abbau-Genehmigung für alle Felder, in denen in der Vergangenheit große Erderschütterungen aufgetreten waren. Hierbei handelt es sich in erster Linie um die Felder Dilsburg und Primsmulde. Wer dort noch einmal Kohle fördern will, muss einen gänzlich neuen Rahmenbetriebsplan einreichen. "Wer jetzt noch behauptet, man könne auch nach dem Jahr 2012 im Saarland Kohle fördern, betreibt Volksverdummung", sagte dazu Ministerpräsident Peter Müller.

Der Abbau im Feld Wahlschied West ist mit hohen Auflagen verbunden, wie Wirtschaftsminister Rippel erläuterte. So werden nur noch geringe Erderschütterungen akzeptiert. Außerdem muss die RAG auftretende Bergbau-Schäden an Häusern in Reisbach schnell regulieren und die Entwicklung des Grundwassers im Auge haben. Ferner darf der Kohle-Abbau höchstens fünf Meter pro Tag nach vorne schreiten. Die SPD Saar begrüßte die Entscheidung des Bergamts. Sie sei "eine gute Nachricht für die Bergleute und das Energieland Saarland", so der SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas. Für die Linkspartei war die Genehmigung "überfällig". Nach Auffassung der Grünen Saar "stehen erneut ganze Ortschaften vor einer ungewissen Zukunft". Für die FDP Saar "ist die Genehmigung von Wahlschied unverantwortlich". Der Bürgermeister der Gemeinde Saarwellingen, Michael Philippi (SPD), kündigte Widerspruch gegen die Entscheidung an. Widersprüche können einen Monat lang eingereicht werden. Die RAG will den Kohleabbau durch Antrag auf Sofortvollzug sichern. ; Seite A 4: Meinung