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Wachsende Sorge um Bundeswehr in Afghanistan

Wachsende Sorge um Bundeswehr in Afghanistan

Berlin/Washington/Saarlouis. Der angekündigte Abzug der Vereinigten Staaten von Amerika aus Afghanistan weckt neue Sorgen um die Sicherheit der Bundeswehr-Soldaten am Hindukusch

Berlin/Washington/Saarlouis. Der angekündigte Abzug der Vereinigten Staaten von Amerika aus Afghanistan weckt neue Sorgen um die Sicherheit der Bundeswehr-Soldaten am Hindukusch. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, sagte gestern gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung", man müsse nun sehr darauf achten, dass der Abbau des US-Kontingents keine Auswirkungen auf die Unterstützung der westlichen Truppen auch im Norden habe, wo die Bundeswehr im Einsatz ist.US-Präsident Barack Obama (Foto: dpa) hatte am Mittwochabend (Ortszeit) in einer Fernsehansprache in Washington angekündigt, noch in diesem Jahr 10 000 US-Soldaten vom Hindukusch abzuziehen, bis Sommer 2012 sollen weitere 23 000 folgen. Ende 2014 soll der internationale Militäreinsatz nach einer Vereinbarung der Isaf-Partner endgültig beendet werden. Bislang sind die US-Streitkräfte noch mit über 100 000 Mann in Afghanistan präsent. Die personelle Obergrenze der Bundeswehr als drittgrößtem westlichen Truppensteller liegt bei 5350 Soldaten. Derzeit sind auch 640 Angehörige der Saarlandbrigade im Norden Afghanistans im Einsatz, die ab Juli aber schrittweise von Soldaten aus anderen Teilen Deutschlands abgelöst werden.

Trotz des beginnenden Abzugs der US-Truppen aus Afghanistan bleibt die Bundeswehr zunächst noch in voller Stärke am Hindukusch. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bekräftigten gestern die bisherige Planung, nach der die Truppenstärke erst ab Ende des Jahres reduziert werden soll - und nur, falls die Lage es erlaubt. Wie viele Soldaten dann heimkehren, ließen sie offen. SPD und Grüne forderten, diese Abzugspläne zu konkretisieren. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte während eines Besuchs in Afghanistan, die Soldaten und Polizisten dort dürften mehr Klarheit erwarten. Die Grünen forderten ein Ende der "Zeit vager Floskeln und schwammiger Ankündigungen". Die Linke will den Abzug sofort beginnen und bis Jahresende abschließen. und Meinung dpa/dapd/red