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Viele Kliniken wagen sich an zu schwierige Operationen

Viele Kliniken wagen sich an zu schwierige Operationen

An zahlreichen deutschen Krankenhäusern operieren Ärzte, ohne die nötige Routine für komplizierte Eingriffe zu haben. Das zeigt eine aktuelle Studie der Uni Witten /Herdecke . So müssen Kliniken mindestens zehn aufwendige Speiseröhren-OPs pro Jahr machen, um eine entsprechende Spezialisierung vorweisen zu können.

Diese Schwelle habe aber nur knapp die Hälfte der Häuser erreicht, in denen der Eingriff ausgeführt wurde.

Die Forscher werteten Berichte von fast 2000 Kliniken aus den Jahren 2004 bis 2010 aus. Demnach machten 30 Prozent der Krankenhäuser auch aufwendige Bauchspeicheldrüsen-Eingriffe zu selten. "Je nach Operation werden damit bis zu 15 Prozent der Patienten in Krankenhäusern behandelt, die die Vorgaben nicht einhalten", sagte Werner de Cruppé, einer der Studienautoren. Bei Leber- und Nieren-Transplantationen verstießen dagegen nur einzelne Kliniken gegen die Vorgaben. Insgesamt gelten für sieben besonders komplexe OPs Mindest-Fallzahlen, um eine angemessene Versorgungsqualität sicherzustellen.