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Viel Lob für neuen Limburger Bischof

Viel Lob für neuen Limburger Bischof

Mit großer Freude und Erleichterung haben die Menschen im Bistum Limburg nach dem Skandal um Bischof Tebartz-van Elst ihren neuen Oberhirten empfangen. Große Erwartungen begleiten den Kirchenmann.

Das Bistum Limburg kann an Weihnachten auf 100 Tage Neuanfang blicken. So lange ist dann Bischof Georg Bätzing im Amt, der sich in den vergangenen drei Monaten in der Domstadt an der Lahn eingelebt und in seiner Diözese eingearbeitet hat. Auch wenn die Menschen im Bistum erleichtert nach vorne schauen - der Skandal um Bätzings Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst ist noch nicht vergessen.

Mit Blick auf seine ersten 100 Tage als Oberhirte und die anstehenden Feiertage sagt Bätzing: "Das trifft sich gut und passt zusammen, denn Weihnachten ist das Fest des Anfangs schlechthin." Seine ersten Monate in Limburg seien ausgefüllt gewesen mit Begegnungen, Beratungen, Besuchen und Gottesdiensten. "Die Menschen im Bistum begegnen mir mit viel Freundlichkeit, Offenheit und großem Vertrauen. Das bestärkt mich und macht mir den Start in das neue Amt leicht", berichtet der 55-Jährige.

Pfarrer Paul Lawatsch, Bezirksdekan im Hochtaunus, hat die ersten Amtstage des neuen Bischofs als "durch und durch positiv" wahrgenommen. Er schätze dessen Offenheit und Bereitschaft, ins Bistum hineinwachsen zu wollen. "Die Stimmung hat sich ganz und gar zum Positiven verändert." Man spüre eine Mut machende und freudige Atmosphäre. Ingeborg Schillai, die Präsidentin der Diözesanversammlung, ist mit der Entwicklung ebenfalls sehr zufrieden. "Die Zusammenarbeit mit den synodalen Gremien, die ich wahrnehme, ist ausgesprochen freundlich, klar und offen", berichtet Schillai. Überall, wo sie hinkomme, höre sie Sätze wie: "Wir haben jetzt einen guten Bischof" oder: "Er wirkt sympathisch."

Schon die Nachricht von Bätzings Ernennung im Juli sorgte für Aufatmen in der Diözese mit ihren rund 635 000 Katholiken in Hessen und Rheinland-Pfalz. Denn auf den Nachfolger von Tebartz-van Elst hatten die Gläubigen mehr als zwei Jahre gewartet.

Immer wieder wird es Bätzing mit den Nachwehen des Skandals um Vorgänger Tebartz-van Elst zu tun bekommen. Dieser hatte nach der Kostenexplosion am neuen Bischofssitz und heftiger Kritik an seinem von vielen als autoritär empfundenen Führungsstil im März 2014 seinen Posten in Limburg räumen müssen. Mittlerweile ist Tebartz-van Elst im Vatikan tätig. Doch noch immer tauchen hin und wieder Schlagzeilen zu ihm auf.

Vor kurzem etwa berichtete die "Bild"-Zeitung, er verfüge über eine noch während seiner Zeit als Limburger Bischof angeschaffte Heiligenfigur. Stimmt, heißt es dazu aus dem Bistum. Die Statue aus dem 16. Jahrhundert sei 2012 für den Bischofssitz angeschafft worden. Sie sei im Besitz des Bistums und an Tebartz-van Elst ausgeliehen worden. Dazu gibt es einem Bistumssprecher zufolge auch einen üblichen Leihvertrag. Ähnliche Verträge habe man unter anderem auch mit Kirchengemeinden geschlossen.