Verhaftungen nach Brand auf Lesbos

Mytilene · Nach dem Großbrand in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos sind hunderte geflohene Bewohner in die verwüstete Containersiedlung zurückgekehrt. Im von den Flammen verschonten Teil des Lagers Moria bildeten sich gestern lange Schlangen vor der Essensausgabe. Aus den umliegenden Hügeln strömten Menschen, die am Vorabend geflohen waren. Wegen der gewaltsamen Zusammenstöße, in deren Verlauf das Lager in Brand gesetzt wurde, nahmen Polizisten neun Bewohner fest.

Während eines Streits zwischen afrikanischen und afghanischen Flüchtlingen im völlig überfüllten Lager waren tags zuvor mehrere Einrichtungen in Brand gesetzt worden. Das Feuer breitete sich rasch aus, Wohncontainer und Zelte gingen in Flammen auf. Die 5000 Bewohner von Moria ergriffen die Flucht. Verletzt wurde aber niemand.

Das Lager soll nach Regierungsangaben so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden. Familien sollen solange in einer anderen Einrichtung auf Lesbos untergebracht werden. Um weitere Unruhen zu verhindern, wurden gestern 40 zusätzliche Bereitschaftspolizisten nach Lesbos entsandt. Moria gehört zu den größten Flüchtlingslagern in ganz Griechenland. Schon in der Vergangenheit hatte es dort gebrannt. Zudem gab es auch immer wieder gewaltsame Zusammenstöße zwischen den Schutzsuchenden.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort