Sprachpanscher des Jahres: Verein rügt das schlechte Deutsch von Luthers Erben

Sprachpanscher des Jahres : Verein rügt das schlechte Deutsch von Luthers Erben

Martin Luther gilt als Begründer der gemeinsamen deutschen Sprache, weil er vor knapp 500 Jahren die Bibel aus dem Hebräischen und dem Griechischen übersetzte. Seine geistigen Erben werden dem Anspruch offenbar nicht gerecht.

Die über 2100 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache kürten, wie dieser gestern mitteilte, die Evangelische Kirche (EKD) zum „Sprachpanscher des Jahres 2017“. Moniert wurden ein laxer Umgang mit der deutschen Sprache und eine gehäufte Verwendung englischer Begriffe. Der Verein beanstandete etwa „godspots“, mit denen in vielen Kirchen kostenloses W-Lan angeboten wird. Auch das Programm mit dem Motto „Segen erleben – Moments of Blessing“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau auf der Weltausstellung zum 500. Reformationsjubiläum in Wittenberg und die dort präsentierte interaktive Installation „BlessU-2“ stießen auf den Unmut der Sprachpuristen. Die Sprachpanscherei sei eine Verhöhnung Luthers. Die EKD erklärte, sie nehme die Wahl „mit lutherischer Gelassenheit und Standhaftigkeit zur Kenntnis“.