Unter keinem guten Stern

Langsam lichtet sich der Nebel. Wenigstens, was den Fahrplan für mögliche Verhandlungen über eine neue Regierung angeht.

Am Freitag loten Union und SPD erstmals die Chancen für eine große Koalition aus. Doch die Gespräche stehen unter keinem guten Stern. Manche Sozialdemokraten erwecken immer noch den Eindruck, sie hätten mehr als 40 Prozent eingefahren und nicht die Union. Aber auch die C-Parteien haben das anstehende Treffen mit einer schweren Hypothek belastet. Ihr striktes "Nein" zu Steuererhöhungen ist Gift für alle weiteren Gespräche. Wie die Union die eigenen Milliarden-Versprechen aus dem Wahlkampf finanzieren will, ohne dafür neue Schulden aufzunehmen, bleibt ihr Geheimnis. Außerdem muss es doch erlaubt sein, wenigstens über Steuergerechtigkeit zu reden - oben mehr, unten weniger. Bleibt zu hoffen, dass alle beteiligten Akteure von ihren Bäumen herunterkommen. Ansonsten droht dem Land, was einer politischen Bankrotterklärung gleichkäme: Neuwahlen.

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