Truppe untersucht Missstände

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat eine systematische Aufarbeitung von Missständen in der Bundeswehr zugesagt. "Wir wollen das Thema ganzheitlich in der Bundeswehr angehen", sagte die CDU-Politikerin gestern in Berlin. Nach Berichten über entwürdigende Rituale in der Kaserne in Pfullendorf in Baden-Württemberg habe man bereits Konsequenzen gezogen, etwa mit der Versetzung von Schlüsselfiguren.

Das Zahlenmaterial zu weiteren Vorfällen etwa von sexueller Belästigung in der Truppe sei aber noch nicht belastbar. Man werde deshalb größere Untersuchungen auf den Weg bringen.

Einem Bericht von Generalinspekteur Volker Wieker an den Verteidigungsausschuss des Bundestages zufolge sind bei der internen Analyse weitere 40 Hinweise allein bei der "Ansprechstelle Diskriminierung und Gewalt in der Bundeswehr" eingegangen. Zivile Mitarbeiter beklagten vor allem Mobbing-Vorwürfe, Soldatinnen und Soldaten sexuelle Übergriffe. Laut dem Bericht wurden bereits bekannte Verdachtsfälle der beiden vergangenen Jahre sowie neue Fälle analysiert.

Soldaten aus Pfullendorf hatten Ende Januar von demütigenden Aufnahmeritualen berichtet.