Trauer, Entsetzen und Vorwürfe nach der Katastrophe von Duisburg

Duisburg/Berlin. Mit Bestürzung und Trauer haben Politiker, Kirchen und Veranstalter auf die tragischen Ereignisse bei der Love-Parade in Duisburg reagiert. Bei einer Massenpanik auf dem Veranstaltungsgelände kamen am Samstag 16 Menschen ums Leben, drei weitere starben in der Nacht im Krankenhaus. 342 Besucher des Musik-Spektakels wurden verletzt. Unter den Toten sind acht Ausländer

Duisburg/Berlin. Mit Bestürzung und Trauer haben Politiker, Kirchen und Veranstalter auf die tragischen Ereignisse bei der Love-Parade in Duisburg reagiert. Bei einer Massenpanik auf dem Veranstaltungsgelände kamen am Samstag 16 Menschen ums Leben, drei weitere starben in der Nacht im Krankenhaus. 342 Besucher des Musik-Spektakels wurden verletzt. Unter den Toten sind acht Ausländer.

Bundespräsident Christian Wulff reagierte mit großer Bestürzung auf das Unglück. "Eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, ist furchtbar", sagte er. Ebenso wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach er den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Auch Papst Benedikt und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso äußerten sich bestürzt über die Katastrophe.

Zugleich begann die Suche nach den Schuldigen. Die Organisatoren und die Verantwortlichen der Stadt Duisburg sehen sich harten Vorwürfen ausgesetzt. Augenzeugen bemängelten die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Gelände. Zudem hatte es schon Monate vor der Love-Parade Warnungen vor dem engen Zugang durch einen Tunnel gegeben. Zu dem Fest waren nach Angaben der Veranstalter über den Tag verteilt rund 1,4 Millionen Besucher gekommen. Ausgelegt ist das Gelände für bis zu 300 000 Menschen. Bei den Behörden gingen gestern erste Strafanzeigen ein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, Unterlagen der Stadt wurden beschlagnahmt. Der Duisburger Polizeichef verteidigte das Sicherheitskonzept. Man habe den Zugang zum Gelände reguliert, sagte er.

Der Geschäftsführer der Love-Parade, Rainer Schaller, zeigt sich tief betroffen. "Worte reichen nicht aus, um das Maß meiner Erschütterung zu erklären", sagte er. Die Love-Parade sei immer eine fröhliche und friedliche Veranstaltung gewesen. Schaller sagte eine vollständige Aufklärung der Vorgänge zu. Eine Neuauflage der Love-Parade soll es nie wieder geben. und Meinung dpa/ddp/afp