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Studie: Unsicherheit macht junge Leute zu "Mini-Erwachsenen"

Studie: Unsicherheit macht junge Leute zu "Mini-Erwachsenen"

Berlin. Viel Pragmatismus und wenig Protest: Leistungsdruck und unsichere Berufsaussichten lassen viele Jugendliche in Deutschland zu "Mini-Erwachsenen" werden. Die Solidarität zu ärmeren Altersgenossen schwindet. Das geht aus der Sinus-Studie "Wie ticken die Jugendlichen?" hervor, die gestern vorgestellt wurde

Berlin. Viel Pragmatismus und wenig Protest: Leistungsdruck und unsichere Berufsaussichten lassen viele Jugendliche in Deutschland zu "Mini-Erwachsenen" werden. Die Solidarität zu ärmeren Altersgenossen schwindet. Das geht aus der Sinus-Studie "Wie ticken die Jugendlichen?" hervor, die gestern vorgestellt wurde. "Die 14- bis 17-Jährigen stehen unter einem enormen Druck", sagt Studienautor Marc Calmbach. Gleichzeitig fühlen sich viele junge Menschen aus prekären Verhältnissen in Schule und Job abgehängt.Der Studie, in Auftrag gegeben von sechs kirchlichen und gesellschaftspolitischen Institutionen, liegen 72 ausführliche Tiefeninterviews zugrunde. Dabei zeigt sich: Bei aller Verschiedenheit schätzen fast alle jungen Leute traditionelle Werte wie Sicherheit, Pflichtbewusstsein, Familie oder Freundschaft. Aber sie tun es nicht auf traditionelle Weise, sondern leben ein individuelles Werte-Patchwork. "Hart arbeiten und auch hart feiern, Job und zugleich Familie, sparen und sich auch etwas leisten", sagt Studienautor Calmbach. dpa