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Studie lobt hohe Abi-Quote im Saarland

Studie lobt hohe Abi-Quote im Saarland

Gütersloh/Saarbrücken. An den Schulen des Saarlands stehen die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss besser als in anderen Ländern. 51,9 Prozent eines Jahrgangs erreichten die Hochschulreife, damit zähle das Saarland zur Spitzengruppe der Bundesländer, hat der "Chancenspiegel" der Bertelsmanns-Stiftung in Gütersloh ermittelt

Gütersloh/Saarbrücken. An den Schulen des Saarlands stehen die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss besser als in anderen Ländern. 51,9 Prozent eines Jahrgangs erreichten die Hochschulreife, damit zähle das Saarland zur Spitzengruppe der Bundesländer, hat der "Chancenspiegel" der Bertelsmanns-Stiftung in Gütersloh ermittelt. Zugleich verließen im Saarland weniger Schüler die Schulen ohne Abschluss als anderswo (6,6 Prozent, Bundesschnitt: sieben Prozent).Bildungsforscher der TU Dortmund verglichen für die Studie die Schulsysteme mit Blick darauf, wie sozial durchlässig sie sind, welche Kompetenzen sie vermitteln und wie die Chance auf einen Abschluss ist. Positiv werteten sie, dass im Saarland relativ wenige Kinder von Regelschulen ausgeschlossen und auf Förderschulen geschickt werden (4,3 statt bundesweit fünf Prozent).

Gute Noten erhielt das saarländische Schulsystem bei der Durchlässigkeit. Die Chance eines Kindes aus oberen Sozialschichten, das Gymnasium zu besuchen, sei zwar dreimal höher als die eines Kindes aus unteren Schichten - im Bund aber 4,5-mal höher. Auf ein Kind, das in eine höhere Schule wechselt, kämen 3,3 Abwärtswechsel - bundesweit beträgt das Verhältnis eins zu 4,3. Im Mittelfeld landeten die Saar-Schulen bei der Kompetenzvermittlung. Die leistungsstärksten wie die leistungsschwächsten Schüler der neunten Klasse schlugen sich etwa so gut wie ihre Altersgenossen bundesweit.

Schlusslichter der Studie zur Chancengerechtigkeit waren Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt. Insgesamt unterscheiden sich die Chancen von Schülern, soziale Nachteile zu überwinden und ihr Leistungspotenzial auszuschöpfen, von Bundesland zu Bundesland deutlich. "Die Bundesländer müssen deutlich mehr voneinander lernen", zog das Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger, Bilanz.

Wenig Ganztagsplätze

Die schlechte Nachricht der Studie: Im Saarland kamen nur wenige Kinder in den Genuss einer Ganztagsbetreuung. Im Schuljahr 2009/10, das ausgewertet wurde, wurden 15,9 Prozent der Grund- und Mittelstufenschüler ganztags betreut - im Bundesschnitt waren es 26,9 Prozent. Die Ganztagsschule steigere aber Bildungschancen, so Dräger. dpa/epd/red