Studie entfacht neuen Streit um Betreuungsgeld

Studie entfacht neuen Streit um Betreuungsgeld

Berlin. Das umstrittene Betreuungsgeld für daheim erziehende Eltern bekommt wieder einmal schlechte Noten - diesmal von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD). In einer gestern vorgelegten Studie heißt es, das Betreuungsgeld wirke sich auf die Beschäftigungs-Quote von Müttern sowie auf die Integration von Zuwanderer-Kindern negativ aus

Berlin. Das umstrittene Betreuungsgeld für daheim erziehende Eltern bekommt wieder einmal schlechte Noten - diesmal von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD). In einer gestern vorgelegten Studie heißt es, das Betreuungsgeld wirke sich auf die Beschäftigungs-Quote von Müttern sowie auf die Integration von Zuwanderer-Kindern negativ aus.Als Beleg führen die Forscher die Entwicklung in Norwegen an, wo ein Betreuungsgeld von 400 Euro gezahlt wird. Vor allem Frauen aus sozial schwachen Zuwanderer-Familien tendierten dazu, das Geld anzunehmen und ihre Kinder zu Hause zu betreuen, statt eine Arbeitsstelle und öffentliche Betreuung für den Nachwuchs zu suchen. Nach Angaben der Experten ist die Integration von Zuwanderer-Frauen in den Arbeitsmarkt jedoch "direkt verbunden mit der Bildung ihrer Kinder". Die Teilnahme an kindlicher Förderung ab drei Jahren habe einen starken Einfluss auf den Bildungs-Werdegang von Kindern aus sozial schwachen Migranten-Familien.

Die Bundesregierung sieht die Vorbehalte nicht gegen das deutsche Modell gerichtet. Der Vergleich treffe nicht zu, weil nach den schwarz-gelben Plänen zunächst nur 100, später 150 Euro pro Monat gezahlt werden sollten, teilte das Familienministerium mit. Das Angebot solle ferner nur für Kinder bis zu drei Jahren gelten, zudem würden die Zahlungen mit Sozialleistungen wie Hartz IV verrechnet. Die CSU, die auf die Einführung des Betreuungsgeldes pocht, wies die OECD-Aussagen als "unqualifiziert" zurück. Unionsinterne Kritiker, vor allem in den Reihen der CDU-Frauen, will Parteichefin Angela Merkel bei einem Treffen am Donnerstag besänftigen. Tags darauf steht die erste Lesung des Gesetzentwurfs an.

Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.
Vor allem Zuwanderer betreuen Kinder lieber zu Hause. Foto: dpa.

Im Vorfeld der Debatte stimmte die SPD lautstark in den Tenor der Studie ein. Diese zeige die schädliche Wirkung der "Fernhalteprämie". Die SPD wolle sie "weiter auf allen Wegen verhindern", erklärte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Grünen-Chefin Claudia Roth kritisierte die "Herdprämie" als ideologisch begründet. dpa/dapd