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Streit um Fitness-Check für Autofahrer

Streit um Fitness-Check für Autofahrer

Berlin/Saarbrücken. Nach Ansicht von Politikern der SPD und der Grünen sollen sich deutsche Autofahrer in Zukunft regelmäßigen Gesundheits-Checks stellen. Der Hamburger Innensenator Michael Neumann (SPD) forderte gestern, alle Autofahrer sollten im Abstand von 15 Jahren ihre Fahrtauglichkeit untersuchen lassen. Auch die Grünen drängen auf einen "Gesundheits-Tüv"

Berlin/Saarbrücken. Nach Ansicht von Politikern der SPD und der Grünen sollen sich deutsche Autofahrer in Zukunft regelmäßigen Gesundheits-Checks stellen. Der Hamburger Innensenator Michael Neumann (SPD) forderte gestern, alle Autofahrer sollten im Abstand von 15 Jahren ihre Fahrtauglichkeit untersuchen lassen. Auch die Grünen drängen auf einen "Gesundheits-Tüv". Toni Hofreiter (Grüne), Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses, sagte gestern, dabei gehe es nicht nur um Senioren. Die Überprüfung etwa des Sehvermögens solle an die ab 2013 europaweit geltende Verlängerung des Führerscheins gekoppelt werden. Danach muss die Fahrerlaubnis alle 15 Jahre verlängert werden. Die Regierung in Berlin plant bisher aber, dass dies nur eine Formalie sein soll. Auch Neumann forderte, sie mit dem Gesundheitstest zu verbinden. Er stützte sich dabei auf Zahlen aus Hamburg. Danach hätten Senioren ab 65 Jahren mit 61,6 Prozent dort den höchsten Verursacheranteil am Unfallgeschehen.Die Bundesregierung, der ADAC und die Gewerkschaft der Polizei lehnten den Vorstoß gestern ab. Sie setzen auf freiwillige Maßnahmen. "Ältere Verkehrsteilnehmer dürfen nicht diskriminiert werden. Entscheidend für die Fahrtüchtigkeit ist nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand", sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).

Auch der amtierende Saar-Verkehrsminister Andreas Storm (CDU) sprach sich gegen den Gesundheitstest aus: "Ich lehne den Vorschlag zur Einführung solcher Zwangstests ab", antwortete Storm auf SZ-Anfrage. Die Tests seien "nicht nur diskriminierend, sondern tragen auch keineswegs zu einer hinreichenden Verbesserung der Verkehrssicherheit bei". Es gebe "keine so großen Probleme, dass der Aufbau eines solchen Bürokratiemonsters gerechtfertigt wäre". Viele ältere Autofahrer würden ihr abnehmendes Seh-, Hör- und Reaktionsvermögen durch Routine wettmachen. Hinzu komme, dass das europäische Gleichstellungsgesetz Diskriminierung aufgrund des Alters untersage, so Storm. und Meinung dpa/gha

Foto: Dietze