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Stationäre Behandlung in Kliniken wird teurer

Saarland über Bundesschnitt : Klinik-Aufenthalte werden immer teurer

4744 Euro kostet eine stationäre Behandlung in Saar-Kliniken im Schnitt. Die Tendenz ist klar steigend.

Krankenhausaufenthalte in Deutschland werden im Schnitt immer teurer. In manchen Bundesländern überstiegen die durchschnittlichen Kosten pro Fall im vergangenen Jahr erstmals die 5000-Euro-Marke, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte.

Im Schnitt rechneten die deutschen Kliniken dabei 4695 Euro pro Fall ab, das waren 4,4 Prozent mehr als im Jahr 2016. Damit war die Kostensteigerung bei den Kliniken deutlich größer als die der Preise anderer Güter und Dienstleistungen: Die Verbraucherpreise kletterten in Deutschland 2017 nur um 1,8 Prozent. Im Saarland war die Kostensteigerung pro Fall im vergangenen Jahr mit 5,1 Prozent nach Hessen und Rheinland-Pfalz die dritthöchste in Deutschland. 4744 Euro verbuchten die 23 saarländischen Klinken für jeden Patienten, der bei ihnen stationär behandelt wurde. Am höchsten waren die Ausgaben je Patient mit 5408 Euro in Hamburg, am niedrigsten mit 4235 Euro in Brandenburg. Regionale Unterschiede, erläuterten die Statistiker gestern, seien „auch strukturell bedingt: Sie werden vom Versorgungsangebot sowie von der Art und Schwere der behandelten Erkrankungen beeinflusst“.

Auf den Stationen saarländischer Kliniken behandelten Pfleger und Ärzte im vergangenen Jahr 285 185 Menschen, das waren 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Für die Steigerung der Fall-Kosten waren dabei zu 60 Prozent die Mehrausgaben fürs Personal verantwortlich. Sie betrugen an der Saar im vergangenen Jahr 942 Millionen Euro – bei Sachkosten von rund 538 Millionen Euro.

Deutschlandweit wurden 2017 fast 20 Millionen Menschen vollstationär in Kliniken behandelten. Insgesamt entstanden dabei Kosten von 91,3 Milliarden Euro – das waren (bei etwas weniger Patienten) 3,9 Prozent mehr als im Jahr davor.