„Sozialtourismus“ ist das Unwort des Jahres

„Sozialtourismus“ ist das Unwort des Jahres

Mitten in der Debatte über Zuwanderung ist der Begriff „Sozialtourismus“ zum Unwort des Jahres 2013 gewählt worden. Der Ausdruck „diskriminiert Menschen, die aus purer Not in Deutschland eine bessere Zukunft suchen, und verschleiert ihr prinzipielles Recht hierzu“, erläuterte gestern die Jury-Vorsitzende Nina Janich.

Von einigen Politikern und Medien sei "gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa" gemacht worden. Ähnlich verhalte es sich mit dem Begriff "Armutszuwanderung", den die Jury ebenfalls kritisierte. Politiker und Verbände begrüßten die Wahl.

Die Entscheidung ist eine Überraschung, denn "Sozialtourismus" war unter den 1340 Einsendungen nur drei Mal vorgeschlagen worden. Am häufigsten genannt wurde mit 45 Vorschlägen "Supergrundrecht" - eine Bezeichnung, die während der NSA-Abhöraffäre der damalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gebraucht hatte. Er war der Meinung, für Deutsche stehe Sicherheit über den anderen Grundrechten.