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Snowden beantragt Asyl in Russland

Snowden beantragt Asyl in Russland

Der US-Whistleblower Edward Snowden hat nun offiziell Asyl in Russland beantragt. Dort hält er sich seit seiner Flucht aus Hongkong auf. Kreml-Chef Wladimir Putin scheint nicht abgeneigt zu sein, stellt allerdings eine Bedingung fürs Bleiberecht.

Der flüchtige IT-Spezialist Edward Snowden hat offiziell in Russland politisches Asyl beantragt. Der von den US-Behörden wegen Spionage per Haftbefehl gesuchte 30-Jährige habe sein Gesuch am Sonntagabend einreichen lassen, sagte der russische Konsularbeamte Kim Schewtschenko gestern am Moskauer Flughafen Scheremetjewo der Nachrichtenagentur AFP. Das Gesuch wurde demnach von der Britin Sarah Harrison eingereicht, einer Mitarbeiterin des Enthüllungsnetzwerks Wiki leaks, die Snowden bereits auf seiner Reise von Hongkong nach Moskau begleitete.

Zuvor hatte Präsident Wladimir Putin jedoch eine Bedingung für den Verbleib des Ex-Geheimdienstmitarbeiters der National Security Agency (NSA) gestellt. "Er muss seine Tätigkeit einstellen, die darauf abzielt, unseren amerikanischen Partnern zu schaden", sagte Putin vor Journalisten. Generell liefere sein Land niemanden aus. In der Vergangenheit seien allenfalls Agenten des russischen Geheimdienstes, die im Ausland festgehalten wurden, gegen in Russland verurteilte Ausländer "ausgetauscht" worden, erläuterte Putin. Er verglich Snowden mit dem berühmten sowjetischen Dissidenten Andrej Sacharow.

Um den 30-jährigen Amerikaner gibt es derzeit ein internationales Tauziehen. Erst war er nach Hongkong geflüchtet, dann nach Russland. Dann machten Gerüchte die Runde, Snowden habe sich über Kuba nach Ecuador abgesetzt. Und seit dem 23. Juni hält sich der IT-Spezialist im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf. Die US-Behörden haben seinen Pass für ungültig erklärt.

Der Vorsitzende des russischen Nationalen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, teilte gestern mit, die US-Bundespolizei FBI und der russische Inlandsgeheimdienst FSB sollten im Falle Snowden gemeinsam eine Lösung anstreben. US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Putin hätten FSB-Direktor Alexander Bortnikow und FBI-Chef Robert Mueller angewiesen, "in ständigem Kontakt zu stehen und Lösungen zu finden", sagte Patruschew dem Fernsehsender Rossia 24.

"Sie haben natürlich keine Lösung, die allen Beteiligten gefällt", sagte Patruschew zu dem Auftrag an die Chefs von FBI und FSB. Die beiden Beauftragten sollten eine Lösung finden, die "den Normen des Völkerrechts" entspreche. Bislang gebe es keine Lösung. Putin sagte, der russische Geheimdienst arbeite nicht mit Snowden zusammen. "Er ist nicht unser Agent", unterstrich der russische Präsident.