Sieben Tote bei Anschlag auf Saarland-Brigade

Sieben Tote bei Anschlag auf Saarland-Brigade

Kundus/Berlin/Zweibrücken. Bei einem Selbstmordanschlag sind gestern in Afghanistan zwei Soldaten der Saarland-Brigade und fünf afghanische Kinder getötet worden. Ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad habe sich gegen 13 Uhr Ortszeit bei Kundus in die Luft gesprengt, sagte der Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Mohammed Omar

Kundus/Berlin/Zweibrücken. Bei einem Selbstmordanschlag sind gestern in Afghanistan zwei Soldaten der Saarland-Brigade und fünf afghanische Kinder getötet worden. Ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad habe sich gegen 13 Uhr Ortszeit bei Kundus in die Luft gesprengt, sagte der Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Mohammed Omar. Zwei weitere Bundeswehr-Soldaten und zwei Kinder seien verletzt worden. Der Anschlag habe sich gegen eine Patrouille gerichtet, die auf einer Hauptverkehrsstraße im Bezirk Schahar-Dara unterwegs gewesen sei, sagte Provinzgouverneur Omar. Bei den getöteten Soldaten handelt es sich nach SZ-Informationen um Angehörige des 263. Fallschirmjägerbataillon in Zweibrücken, das Teil der Luftlandebrigade 26 "Saarland" ist. Derzeit sind noch rund 80 Soldaten der Einheit in Afghanistan im Einsatz. Zuletzt war Ende August ein Soldat aus Zweibrücken bei einem Anschlag in Afghanistan getötet worden. Die Zahl der in Afghanistan seit Beginn des Einsatzes getöteten deutschen Isaf-Soldaten stieg mit den jüngsten Opfern auf 30. Nach dem neuen Anschlag wurden nach afghanischen Angaben zwei Verdächtige festgenommen. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat.

Der Grünen-Sicherheitsexperte Winfried Nachtwei erklärte gestern, er sei persönlich über den Anschlag erschüttert, weil er vor wenigen Wochen in Afghanistan selbst erlebt habe, wie "gut dort deutsche Soldaten und Kinder miteinander" umgingen. Der afghanische Präsident Hamid Karsai erklärte in Kabul, die Afghanen dankten den deutschen Soldaten, die tausende Kilometer Patrouillen-Fahrten für eine verbesserte Sicherheit und den Wiederaufbau übernähmen. Ebenfalls gestern wurde eine britische Mitarbeiterin einer christlichen Hilfsorganisation in der afghanischen Hauptstadt Kabul ermordet. dpa/afp/red

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