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Schwerer Rückschlag im Kampf gegen Klimawandel

Schwerer Rückschlag im Kampf gegen Klimawandel

Singapur/Berlin. Der seit Jahren geplante neue Weltklimavertrag wird beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen nicht zu Stande kommen. Die Bemühungen seien am Widerstand zahlreicher Länder gescheitert, räumte der Gastgeber, Dänemarks Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen (Foto: afp), gestern überraschend ein

Singapur/Berlin. Der seit Jahren geplante neue Weltklimavertrag wird beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen nicht zu Stande kommen. Die Bemühungen seien am Widerstand zahlreicher Länder gescheitert, räumte der Gastgeber, Dänemarks Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen (Foto: afp), gestern überraschend ein. Er warb stattdessen für einen Minimalkonsens: eine fünf- bis achtseitige politische Erklärung, der erst später ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag folgen soll. Dafür holte sich Rasmussen bei einem Blitzbesuch in Singapur bereits die Zustimmung der beiden größten Klimasünder der Welt: der USA und Chinas. Die Präsidenten Barack Obama und Hu Jintao nahmen dort am Treffen des asiatisch-pazifischen Wirtschaftsforums Apec teil.Auch die Abschlusserklärung des Apec-Gipfels blieb mit Blick auf den Klimaschutz weit hinter den Erwartungen zurück. Das Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 zu halbieren, wurde aus der Vereinbarung gestrichen. Stattdessen gelobten die 21 Staats- und Regierungschefs lediglich, für ein "ehrgeiziges Ergebnis" in Kopenhagen zu arbeiten. Dort sollte während des UN-Gipfels im Dezember eigentlich ein Nachfolge-Abkommen für das Klimaschutzprotokoll von Kyoto beschlossen werden, das 2012 ausläuft. Differenzen gibt es jedoch bei der Finanzierung der Folgen des Klimawandels und der Verantwortung der Länder beim Absenken ihrer Treibhausgas-Emissionen. Rasmussen sagte, man müsse sich auf das konzentrieren, was erreichbar sei. Klimaschützer reagierten entsetzt und empört auf den Beschluss von Singapur. Dagegen meinte der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen, entscheidend seien allein die Inhalte: "Wir brauchen anspruchsvolle Ziele, die den Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius beschränken", so Röttgen. Der Kopenhagener Gipfel sei "ein Erfolg, wenn das Ziel klar formuliert ist". , A 4: Meinung dpa/afp