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Schon wieder Frust bei der CDU – AfD und FDP feiern

Schon wieder Frust bei der CDU – AfD und FDP feiern

Berlin bestätigte Trends: Das nächste Debakel für die CDU, die nächste Merkel-Kritik aus München, das nächste zweistellige Ergebnis für die AfD. Und: Die FDP darf wieder mitmachen.

Sie sind es schon gewohnt bei der CDU . Wenn man an diesem Abend Parteigänger fragt, wann sie eigentlich zuletzt über ein Ergebnis einer Landtagswahl gejubelt haben, erntet man nur Schulterzucken. Der Frust ist groß im Berliner Abgeordnetenhaus und im Konrad-Adenauer-Haus der Bundespartei, wo die Christdemokraten jeweils "feiern". Noch eine Niederlage, noch mehr Ärger für Kanzlerin Angela Merkel.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber ist derjenige, der mal wieder als Erster nach Erklärungen suchen muss. Und er hat eine Ungewöhnliche parat - für ihn trägt die SPD Mitschuld daran, dass die Union mit nur rund 18 Prozent ein erneutes Debakel erlebt hat und in Berlin in der Opposition gelandet ist. "Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf", so Tauber verärgert. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller von der SPD habe nichts dafür getan, die erfolgreiche Arbeit des rot-schwarzen Senats herauszustellen. Vor allem bei der CSU wächst die Skepsis weiter, was Angela Merkel angeht. Der bayerische Finanzminister Markus Söder macht von München aus klar: Die Berlin-Wahl sei nach Meck-Pomm "der zweite massive Weckruf in zwei Wochen. Der Union droht ein dauerhafter und massiver Vertrauensverlust in ihrer Stammwählerschaft", so Söder.

Bei der AfD hat sich auch so etwas wie Gewohnheit eingestellt. Die Partei hat wieder mit rund 14 Prozent ein zweistelliges Ergebnis bei einer Landtagswahl eingefahren. Allerdings hatten die Rechtspopulisten zuletzt plakatiert: "Erst Schwerin, jetzt Berlin ". Davon ist die AfD weit entfernt, sie wird nur fünfte Kraft, während sie in Mecklenburg-Vorpommern Rang zwei eroberte, noch vor der Union.

Mit dem Einzug in den Bundestag rechnet man jetzt auch bei der FDP . Der Jubel bei den Liberalen ist grenzenlos, als die erste Prognose von sechs Prozent über die Bildschirme flimmert. Wieder drin im Abgeordnetenhaus. "Ein Signal über die Stadt hinaus", freut sich FDP-Chef Christian Lindner . Er erklärt den Erfolg damit, dass man "in der Flüchtlingspolitik eine konstruktive, aber kritische Haltung zu Frau Merkel" gehabt habe. Das mag ein Grund gewesen sein. Ein anderer: Die Liberalen wollen den Flughafen Tegel offenlassen, der nach Eröffnung des Pannen-Airports BER geschlossen werden soll.