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Saarland wählt neuen Landtag: Wer führt die große Koalition?

Saarland wählt neuen Landtag: Wer führt die große Koalition?

Saarbrücken. Rund 800 000 Saarländerinnen und Saarländer sind an diesem Sonntag aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Zweieinhalb Monate nach dem Bruch der Jamaika-Koalition entscheiden die Bürger dabei, wer in Zukunft die Landesregierung führt: die amtierende Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) oder ihr SPD-Herausforderer Heiko Maas (SPD)

Saarbrücken. Rund 800 000 Saarländerinnen und Saarländer sind an diesem Sonntag aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Zweieinhalb Monate nach dem Bruch der Jamaika-Koalition entscheiden die Bürger dabei, wer in Zukunft die Landesregierung führt: die amtierende Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) oder ihr SPD-Herausforderer Heiko Maas (SPD). CDU und SPD haben bereits vor der Wahl klargestellt, dass sie eine große Koalition anstreben. Sie würde vom Spitzenkandidaten der Partei angeführt, die am Sonntag vorne liegt. Maas schloss am Freitag erneut eine Koalition mit der Linken auch für den Fall aus, dass die SPD nur zweitstärkste Kraft wird, ihm die Partei Oskar Lafontaines aber die Wahl zum Ministerpräsidenten einer rot-roten Regierung anbietet. Grund sei, dass die Linke die Realität der Schuldenbremse nicht anerkenne und Sparanstrengungen nicht mittrage, sagte Maas. Damit ist im neuen Landtag lediglich eine Mehrheit für eine große Koalition absehbar.Die letzten Umfragen, die zehn Tage vor der Wahl abgeschlossen wurden, ließen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD schließen. Die Forschungsgruppe Wahlen und das Institut Infratest-Dimap sahen beide großen Parteien mit je 34 bzw. je 33 Prozent gleichauf. Für die Linke ermittelten sie 15 bzw. 16 Prozent. Die Piraten mit sechs und die Grünen mit fünf Prozent sahen beide Institute knapp im Landtag, die FDP mit zwei bzw. drei Prozent deutlich draußen.

Am Freitag wurden die Saar-Parteien im Straßenwahlkampf und auf Abschlusskundgebungen noch einmal von der Bundesprominenz unterstützt. Unter anderem warben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel für die Kandidaten ihrer Parteien.

Die Landtagswahl war notwendig geworden, nachdem Kramp-Karrenbauer am Dreikönigstag die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen aufgekündigt hatte und eine erste Sondierungsrunde über die Bildung einer großen Koalition zunächst gescheitert war.

Um die 51 Mandate im Landtag bewerben sich am Sonntag 412 Kandidaten von elf Parteien. Für die Wahl sind saarlandweit rund 1200 Wahllokale von acht bis 18 Uhr geöffnet. Erste Prognosen über den Ausgang werden um 18 Uhr erwartet. Sie basieren auf Befragungen der Wähler nach der Stimmabgabe. Im zentralen Wahlstudio auf dem Saarbrücker Messegelände werden 860 Medienvertreter erwartet.

Die Saar-Wahl bildet den Auftakt einer Serie von Entscheidungen in den Bundesländern. Am 6. Mai wird das Parlament von Schleswig-Holstein neu gewählt. Am 13. Mai gehen die Bürger in Nordrhein-Westfalen nach der überraschenden Auflösung des Düsseldorfer Landtags an die Urnen. > Seite A 2 und B 2: Berichte, Seite A 4: Wochen-Kolumne ulb/kir

Foto: Iris Maurer

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