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Saarland stoppt "Wildwuchs" bei Windrädern

Saarland stoppt "Wildwuchs" bei Windrädern

Saarbrücken. Das Saarland will den "Wildwuchs bei Windrädern" stoppen. Das kündigte gestern Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) an, in dessen Ressort auch der Bereich Energie fällt. Die Landesregierung will künftig in enger Abstimmung mit den Kommunen neue Standorte festlegen und entwickeln

Saarbrücken. Das Saarland will den "Wildwuchs bei Windrädern" stoppen. Das kündigte gestern Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) an, in dessen Ressort auch der Bereich Energie fällt. Die Landesregierung will künftig in enger Abstimmung mit den Kommunen neue Standorte festlegen und entwickeln. Die Jamaika-Regierung hatte den Kommunen weitgehend freie Hand gegeben, wo sie künftig Windräder errichten können. Davor waren bestimmte Vorranggebiete ausgewiesen worden, in denen Windmühlen gebaut werden durften.

Dieser alte Landesentwicklungsplan "war gar nicht so schlecht", meinte Maas gestern. Wie viele Windräder künftig im Saarland gebaut werden dürfen, ließ er offen. Im Jahr 2010 waren laut Masterplan Energie der Jamaika-Regierung 80 Anlagen mit einer Leistung von 111 Megawatt (MW) in Betrieb. Bis zum Jahr 2020 sollten es 264 sein, die es auf eine Leistung von 727 MW bringen würden. Maas will den Masterplan der Vorgängerregierung aber "fortentwickeln und verbindlicher machen".

Die Vorgabe, dass im Jahr 2020 rund 20 Prozent der saarländischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stammen sollen, werde beibehalten. Auf der anderen Seite will Maas aber die bestehenden Kohlekraftwerke erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, kündigte er Gespräche mit dem Besitzer und Betreiber der Kraftwerke in Völklingen-Fenne, Quierschied und Bexbach, dem Essener Steag-Konzern, an. Denkbar sei auch eine saarländische Beteiligung an der Steag, wenn der jetzige Großaktionär, der Chemiekonzern Evonik, seinen Anteil von derzeit noch 49 Prozent an das Ruhr-Stadtwerke-Konsortium verkauft, das die übrigen 51 Prozent hält. Außerdem ist Maas offen für den Bau neuer Kohle- oder Gas-Kraftwerke. Auch wenn derzeit niemand solche Stromfabriken errichtet, bleibe das Saarland für solche Investitionen ein guter Standort. und Meinung low