Saarland fällt im neuen Bildungs-Vergleich zurück

Berlin/Saarbrücken. In einer neuen bundesweiten Studie zum Thema Bildungschancen ist das Saarland vom elften Platz auf Rang 14 abgerutscht. Damit setzt das Land den Abwärtstrend im "Bildungsmonitor" der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft unvermindert fort. 2004 war das hiesige Bildungssystem noch als siebtbestes in Deutschland bewertet worden

Berlin/Saarbrücken. In einer neuen bundesweiten Studie zum Thema Bildungschancen ist das Saarland vom elften Platz auf Rang 14 abgerutscht. Damit setzt das Land den Abwärtstrend im "Bildungsmonitor" der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft unvermindert fort. 2004 war das hiesige Bildungssystem noch als siebtbestes in Deutschland bewertet worden.Zwar werden saarländische Kinder und Jugendliche besser gefördert als in den vergangenen Jahren, stellen die Experten fest. In fast allen anderen Bundesländern sind die Fortschritte aber - zum Teil erheblich - größer. "Deutlichen Nachholbedarf" sieht die Studie zum Beispiel bei der frühkindlichen Förderung und beim Ausbau von Ganztagsschulen. Zudem müsse das Land einen größeren Schwerpunkt auf die naturwissenschaftlich-technische Bildung legen, sagte Studienleiter Professor Axel Plünnecke der SZ. So hätten im Jahr 2010 nur elf Prozent aller Hochschul-Absolventen ein ingenieurwissenschaftliches Studium abgeschlossen - der niedrigste Wert aller Bundesländer. Auch der Anteil der Absolventen in Mathematik und Informatik fiel unterdurchschnittlich aus.

Nach Ansicht von Plünnecke ist das Saarland zwar "bemüht" - die hohe Verschuldung mache es aber schwer, Impulse im Bildungsbereich zu setzen. Keinesfalls sollten erneut die Schulstrukturen verändert werden, warnt Plünnecke. Er verweist auf seit Jahren stabile Verhältnisse in Sachsen und Thüringen, die im aktuellen Bildungsmonitor erneut ganz vorne stehen.

Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) sieht dies offensichtlich genauso. Die Studie sei ein Beleg dafür, "die Strukturdebatten der letzten Jahre beenden" zu müssen. Stattdessen müsse mehr Wert auf die Qualität der Bildungs- und Erziehungsarbeit an den Schulen gelegt werden. , Meinung tho

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