1. Nachrichten
  2. Politik
  3. Topthemen

Saarländer setzen Zeichen für deutsch-französische Freundschaft

Saarländer setzen Zeichen für deutsch-französische Freundschaft

Saarbrücken. In der Eingangshalle des Deutsch-Französischen Gymnasiums (DFG) duftet es nach Crêpes. Ein ganzer Haufen Schüler hat sich um einen Tisch versammelt, an dem einige Jungs und Mädchen Speisen aus Deutschland und Frankreich anbieten. Neben den frischen Crêpes sind das Kartoffelsalat und Würstchen. Ein Schüler rennt mit der Kamera herum und stellt anderen Fragen

Saarbrücken. In der Eingangshalle des Deutsch-Französischen Gymnasiums (DFG) duftet es nach Crêpes. Ein ganzer Haufen Schüler hat sich um einen Tisch versammelt, an dem einige Jungs und Mädchen Speisen aus Deutschland und Frankreich anbieten. Neben den frischen Crêpes sind das Kartoffelsalat und Würstchen. Ein Schüler rennt mit der Kamera herum und stellt anderen Fragen. Immer wieder tauchen Leute auf, die mit einem ganzen Bündel Heliumballons vorbeihuschen. "Bonjour Monsieur", sagt ein Schüler, der an einem Lehrer vorbeiläuft.

Auch wenn es hier zur Tagesordnung gehört, dass deutschsprachige und französischsprachige Schüler und Lehrer durcheinander laufen, und die Kurse in beiden Sprachen stattfinden, ist es dennoch ein besonderer Tag: Am DFG ist heute Projekttag angesagt. Anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Elysée-Vertrag beschäftigen sich die Schüler vor allem mit der deutsch-französischen Beziehung, aber auch mit Europa. Eine sechste Klasse schreibt zum Beispiel an einem französischen Theaterstück, es gibt deutsch-französische Sportduelle, eine Klasse macht eine Umfrage zum Thema "Was ist Europa für Sie?", Siebtklässler haben Maskottchen gebastelt, andere bereiten einen Musikvideoclip vor.

Der 14-jährige Nicolas Welsch ist bei der kulinarischen Projektgruppe mit dabei und verkauft unter anderem Kartoffelsalat. "Wenn man an Deutschland denkt, denkt man direkt an Kartoffeln. Und Kartoffelsalat ist einfach zu machen", erklärt er die Entscheidung. "Abgesehen von Sprache und Essen gibt es, glaube ich, gar nicht mehr so viele Unterschiede zwischen Franzosen und Deutschen", sagt er. Für ihn ist es ein Vorteil, auf dem DFG zu sein: "Man lernt die Sprache intensiver. Und Französisch kann man hier in der Grenzregion oft gut gebrauchen."

"Französisch zu sprechen, ist ein riesiger Vorteil, auch für die berufliche Zukunft", ist auch Bassalah Kamela überzeugt. Die 15-Jährige ist zweisprachig aufgewachsen. Sie wohnt in Saarbrücken, hat eine französische Mutter und einen deutschen Vater, sieht sich aber selbst eher als Deutsche: "Ich habe mehr deutsche Freunde", erklärt die Zehntklässlerin. Sie lerne hier mehr als nur die Sprache: "Ich finde es gut, die Franzosen auch kennenzulernen, zu erfahren, wie sie sind."

50-jähriges Bestehen durfte das DFG bereits vor zwei Jahren feiern. "Wir blicken auf die gleiche Geschichte zurück wie der Elysée-Vertrag", erklärt der deutsche Schulleiter Hans Bächle. Mittlerweile lernen hier rund 1000 Schüler beider Muttersprachen. "Eigentlich ist bei uns jeder Tag ein deutsch-französischer Tag", so der Leiter.

Um 12 Uhr geht die Projektarbeit zu Ende. Auf den Gängen herrscht ein buntes Gewusel: Dort steht eine Gruppe mit roten Ballons, hier eine mit blauen. Nach und nach finden sich die rund 1000 Schüler mit Heliumballons in den deutsch-französischen Landesfarben zusammen. Und dann folgt das große Finale: 1000 Ballons in Schwarz, Rot, Gold, Weiß und Blau steigen gemeinsam in den Himmel auf und vermischen sich, während gleichzeitig weiße Flocken fallen.