Saar-Universität soll viele Fächer aufgeben

Saar-Universität soll viele Fächer aufgeben

Die Hochschulen des Saarlands werden künftig keine „umfassende akademische Grundversorgung“ mehr anbieten können. Zu diesem Ergebnis kommt nach SZ-Informationen ein Papier des Wissenschafts rats.

Saarbrücken. Der Wissenschaftsrat empfiehlt der Landesregierung, an den Hochschulen des Saarlandes eine ganze Reihe von Studiengängen einzustellen oder dafür Kooperationspartner zu suchen. Der bislang unveröffentlichte Entwurf eines Strukturgutachtens, der unserer Zeitung vorliegt, geht davon aus, dass künftig keine "umfassende akademische Grundversorgung" im Saarland mehr möglich ist. Die Landesregierung hatte die Expertise angesichts der Kürzungen im Wissenschafts-Budget in Auftrag gegeben. Der Wissenschaftsrat ist der wichtigste Ratgeber von Bund und Ländern bei der Hochschulplanung. Seine Vollversammlung entscheidet heute in Berlin abschließend über die Empfehlungen.

Das Gutachten stellt den Saar-Hochschulen teils sehr gute Noten aus, schlägt aber als Folge der Mittelkürzungen auch die Einstellung von Fächern vor. Dringend empfohlen wird eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen der Saar-Uni und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sowie eine weitreichende Reorganisation der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an beiden Hochschulen. Sie sollen eine gemeinsame Business-School aufbauen. Die Gutachter schließen aber auch eine völlige Aufgabe von Studiengängen in Juristerei und Wirtschaftswissenschaften nicht aus.

In der Lehrerausbildung empfiehlt das Papier eine engere Kooperation mit Rheinland-Pfalz. Die Zahnmedizin in Homburg solle aufgegeben werden, wenn es nicht gelingt, die Zahl der Studienplätze zu steigern. Saar-Uni und HTW sollen zwei sogenannte Kooperationsplattformen in den Ingenieurwissenschaften und auf dem Gesundheitssektor aufbauen. Die HTW solle ihren Masterstudiengang Architektur aufgeben und sich von ihren Plänen für ein weiteres Wachstum verabschieden.

Aussagen zu den finanziellen Konsequenzen der vorgeschlagenen Kürzungen macht das Papier des Wissenschaftsrats nicht. An der Universität des Saarlands, deren Landeszuschuss von derzeit 184 auf 178 Millionen Euro im Jahr 2020 sinken wird, war in den vergangenen Monaten als Folge der Kürzungen ein Verlust von bis zu einem Fünftel der Studienplätze hochgerechnet worden. Das entspräche rund 5000 Studenten. > , : Meinung

Mehr von Saarbrücker Zeitung