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Saar-Kraftwerke stellen auf Importkohle um

Saar-Kraftwerke stellen auf Importkohle um

Saarbrücken. Die heimische Steinkohle spielt zur Energieversorgung an der Saar noch bis Mitte 2012 eine wichtige Rolle. Nach dem Beschluss der Landesregierung, den Bergbau zu diesem Zeitpunkt einzustellen, dient die Kohleförderung bis dahin nur noch zur Versorgung der regionalen Kraftwerke, die die Kohle zur Stromproduktion nutzen

Saarbrücken. Die heimische Steinkohle spielt zur Energieversorgung an der Saar noch bis Mitte 2012 eine wichtige Rolle. Nach dem Beschluss der Landesregierung, den Bergbau zu diesem Zeitpunkt einzustellen, dient die Kohleförderung bis dahin nur noch zur Versorgung der regionalen Kraftwerke, die die Kohle zur Stromproduktion nutzen. Eine Million Tonnen Kohle fördert die RAG Deutsche Steinkohle jeweils noch in den Jahren 2010 und 2011 im Bergwerk Saar. Im ersten Halbjahr 2012 verringert sich diese Menge kontinuierlich.Schon jetzt werden die saarländischen Kraftwerk-Standorte auf Importkohle umgestellt. Diese wird überwiegend per Schiff, aber auch per Bahn von den Häfen Rotterdam und Antwerpen aus an die Saar transportiert. Länder, aus denen die Importkohle kommt, sind unter anderem Kolumbien und Polen. Im neuen saarländischen Energiekonzept, das die Landesregierung bis Ende 2010 vorbereiteten will, wird eine entscheidende Rolle spielen, zu welchen Kosten die Importkohle an die Saar gebracht werden kann.Da die Nachfrage nach Kohle weltweit steigt, muss aus saarländischer Sicht auf Zweierlei besonders geachtet werden: Wie entwickeln sich die Einkaufspreise für Kohle? Und: Zu welchem Preis lässt sich die Importkohle an die Saar transportieren? Beide Kostenblöcke dürfen nicht aus dem Ruder laufen, weil sonst die Kraftwerks-Betreiber ihre saarländischen Standorte nicht mehr wirtschaftlich betreiben können. Dann stünden vor allem die Kraftwerke Ensdorf und Bexbach vor dem Aus. Zudem müsste der Strom zu großen Teilen von heute auf morgen aus anderen Regionen bezogen werden. Dies wäre kaum zu stemmen. Entscheidend wird auch sein, ob die Energieversorger bereit sind, die Kraftwerk-Strandorte zu modernisieren, um diese konkurrenzfähig zu halten. ts