Saar-Kommunen sollen Arztpraxen eröffnen

Medizinische Versorgung : Saar-Kommunen sollen Arztpraxen eröffnen

Im Saarland fehlen zunehmend Ärzte. Vor allem ländliche Kommunen sollen Anreize schaffen, damit junge Mediziner dort tätig sein wollen.

Angesichts eines wachsenden Ärztemangels sieht die Landesregierung Städte und Gemeinden in der Pflicht. Die Kommunen hätten die Aufgabe, Anreize für junge Mediziner zu schaffen, und müssten auch dazu bereit sein, selbst Praxen aufzumachen, sagte Stephan Kolling (CDU), Staatssekretär des saarländischen Gesundheitsministeriums, am Freitag. Dies sei nötig, um die ärztliche Versorgung gerade in ländlichen Gebieten auch in zehn Jahren noch zu gewährleisten. Weil zu wenige Mediziner eigene Praxen eröffnen, dürfen Kommunen inzwischen medizinische Versorgungszentren (MZV) mit angestellten Ärzten betreiben. Dafür reichten schon zwei halbe Arztstellen aus, sagte Kolling. Bei diesem Modell stellt die Kommune die Praxisräume zur Verfügung und ist Arbeitgeber. Das finanzielle Risiko sei für junge Mediziner überschaubar. Das mache es attraktiv, in ländlichen Gebieten zu arbeiten, sagte der Staatssekretär.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spiele eine zentrale Rolle, um Ärzte zu gewinnen. Denn laut Kolling sind 60 Prozent der angehenden Ärzte Frauen. Und die bevorzugen ein Teilzeitmodell. Für einen angestellten Arzt oder eine angestellte Ärztin gebe es flexiblere Arbeitszeiten. Außerdem könnten Kommunen Kitaplätze zur Verfügung stellen und Jobs für Partner anbieten.

Eine weitere Möglichkeit zur Stärkung der ärztlichen Versorgung ist laut Kolling die Gründung eines Gesundheitsparks. Darin können sich Haus- und Fachärzte, Therapeuten und Apotheken ansiedeln.

Im Saarland gibt es 2050 niedergelassene Ärzte. Die ärztliche Versorgung ist damit laut Bundesärztekammer überdurchschnittlich. Allerdings sind über die Hälfte der Mediziner über 55 Jahre alt. Es fehlt an Nachwuchs.

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