Saar-Finanzbehörden versäumen Besteuerung von Grenzgängern von FCH, FCS und SVE:

Grenzgänger von FCH, FCS und SVE : Saar-Fiskus vergisst bei Sportlern Steuer-Millionen

Eine veränderte Grenzgängerregelung wurde von den Saar-Behörden bislang nicht angewandt.

Die saarländischen Steuerbehörden haben es in den vergangenen drei Jahren offenbar versäumt, geschätzt mehrere Millionen Euro an Steuern von Berufssportlern zu verlangen, die als Grenzgänger in Frankreich wohnen, aber in Deutschland arbeiten. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung handelt es sich dabei vor allem um aktuelle und ehemalige Fußballprofis der drei Regionalligisten SV Elversberg, 1. FC Saarbrücken und FC Homburg. Eine Sprecherin des Saar-Finanzministeriums bestätigte ein laufendes Verfahren, wollte aber mit Verweis auf das Steuergeheimnis keine weiteren Auskünfte geben.

Grund für die fehlenden Steuerzahlungen ist die Änderung der Grenzgänger-Regelung im Doppelbesteuerungsabkommen mit Frankreich. Bis zum 31. Dezember 2015 mussten Berufssportler, auf die diese Regelung zutrifft, ihre Einkünfte in Frankreich versteuern. Mit einem Zusatzabkommen vom 31. März 2015 wurde das Doppelbesteuerungsabkommen mit Wirkung zum 1. Januar 2016 um einen Artikel 13b zur Künstler- und Sportlerbesteuerung ergänzt. Danach sind die deutschen Einkünfte eines Sportlers, der in Frankreich ansässig ist, vorrangig in Deutschland zu besteuern. Nach SZ-Informationen haben es die Saar-Finanzbehörden bislang versäumt, dies umzusetzen. Im Gegenteil: Die Sportler hatten bis ins vergangene Jahr keinerlei Probleme, Freistellungsbescheide zu bekommen.

Die Freistellungsbescheide seit dem 1.1.2016 sind nach SZ-Informationen nun widerrufen worden. Betroffen sind schätzungsweise 100 Fußballprofis, die in Deutschland Steuern nachzahlen müssten. Je nach Höhe der Gehälter dürfte dem Fiskus bisher ein Betrag in Millionenhöhe entgangen sein. Das Saar-Finanzministerium ließ mitteilen, dass es bemüht sei, „gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium eine Lösung zu finden, die der Komplexität einer eventuellen Rückabwicklung Rechnung trägt“.

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