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Lage im Saarland weniger dramatisch: Rettungskräfte werden immer öfter attackiert

Lage im Saarland weniger dramatisch : Rettungskräfte werden immer öfter attackiert

Die Gewalt gegen Feuerwehrleute und Notärzte nimmt zu. Im Saarland wird nur von Einzelfällen berichtet.

Fast jeder Notfallsanitäter und Rettungsassistent ist einer neuen Studie zufolge bereits im Einsatz angegriffen worden. Wie der „Spiegel“ meldet, gaben bei einer Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum 91 Prozent der Befragten aus diesen Berufen an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt geworden zu sein. Auch Feuerwehrleute im Rettungsdienst seien in großer Zahl attackiert worden (88 Prozent), ebenso Notärzte (80 Prozent).

Studienleiter Thomas Feltes sagte, die Angriffe gegen Einsatzkräfte seien zuletzt roher und brutaler geworden. Der Respekt nehme ab. Der Kriminologieprofessor macht fehlende Empathiefähigkeit dafür verantwortlich, die wiederum aus der Perspektivlosigkeit der Täter herrühre. In den meisten Fällen seien die Täter betrunken, 40 Prozent seien nach Schilderung der Opfer Zuwanderer.

Zuletzt war es in Silvesternacht in mehreren deutschen Städten zu massiven Übergriffen auf Retter gekommen. So zählte allein die Berliner Feuerwehr acht Angriffe auf Einsatzkräfte und 57 Attacken gegen Einsatzfahrzeuge. Rettungssanitäter seien sogar mit Schusswaffen bedroht worden. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hartmut Ziebs, zeigte sich über die Entwicklung erschüttert: „Die Angriffe werden brutaler und viel aggressiver. Das erleben wir in ganz Deutschland.“ Er wünsche sich „einen Aufschrei in der Bevölkerung“. Die Täter müssten wissen, dass sie „von der ganzen Gesellschaft geächtet werden“.

Im Saarland ist die Lage allem Anschein nach weniger dramatisch. Landesbrandinspekteur Timo Meyer sagte der SZ, ihm sei kein Auswuchs der tätlichen Gewalt gegenüber Feuerwehrleuten bekannt. „Der Respekt ist im Saarland da“, betonte er. Nach Auskunft von Dirk Schäfer vom Landesfeuerwehrverband kommt es gelegentlich zu verbaler Gewalt, gerade im Zusammenhang mit Gaffern. Auch das Deutsche Rote Kreuz im Saarland berichtet nur von einzelnen tätlichen Übergriffen.