Recht gegen Recht?

Die EU, die sich auf hohe Werte beruft, kann nicht gleichgültig bleiben, wenn jedes Jahr mehrere tausend Minderjährige Kinder bekommen. Sie darf aber auch nicht schweigen, wenn jährlich mehrere tausend Abtreibungen bei Mädchen unter 18 Jahren vorgenommen werden.

Die deutsche Diskussion um die Reform des Paragraphen 218 hat gezeigt, dass man nicht das Recht der Frau gegen das Recht des ungeborenen Lebens ausspielen darf. Genau das wurde in dem nunmehr abgewiesenen Bericht versucht. Dabei haben die Autoren auch noch Grenzen verwischt, die man nicht leichtfertig aufs Spiel setzt: Es ist und bleibt ein Unterschied, ob man für eine moderne Sexualerziehung eintritt oder Schwangerschaftsunterbrechungen als einfach verfügbares Instrument der Familienplanung propagiert.

Die EU ist, wenn sie sich schon einer derart komplexen Frage annimmt, für alle da: für die heranwachsenden Mädchen, für die ungewollt schwangeren Frauen und für die ungeborenen Kinder. Das scheint irgendwer übersehen zu haben.