Rebellen bereiten Marsch auf Tripolis vor

Rebellen bereiten Marsch auf Tripolis vor

Brüssel/Tripolis. Die libyschen Rebellen sehen die inzwischen massiven Nato-Luftangriffe auf Tripolis als Vorbereitung für ihren Einmarsch in die Hauptstadt. Machthaber Muammar al Gaddafi aber gibt sich unbeeindruckt. "Ich bleibe in Tripolis, tot oder lebendig", ließ er in einer Audiobotschaft über das Staatsfernsehen verbreiten

Brüssel/Tripolis. Die libyschen Rebellen sehen die inzwischen massiven Nato-Luftangriffe auf Tripolis als Vorbereitung für ihren Einmarsch in die Hauptstadt. Machthaber Muammar al Gaddafi aber gibt sich unbeeindruckt. "Ich bleibe in Tripolis, tot oder lebendig", ließ er in einer Audiobotschaft über das Staatsfernsehen verbreiten. "Wir haben keine Angst, und wir sind stärker als eure Raketen und eure Artillerie."Ein Sprecher der Aufständischen, Guma al Gamaty, erklärte via Twitter: "Die Zerstörung der Mauern und Tore von Bab al Asisija bedeutet, dass sich Gaddafi eine blutige Nase geholt hat. Den K.o.-Schlag werden ihm schon sehr bald die Libyer selbst versetzen." Im Stützpunkt Bab al Asisija, der bereits mehrfach Ziel der Nato-Angriffe war, befindet sich das Anwesen Gaddafis.

In den Medien der Aufständischen hieß es unterdessen, in der Stadt Jafren südwestlich von Tripolis hätten ihre Kämpfer zahlreiche Waffen der Gaddafi-Truppen erbeutet, die sie für die Schlacht um die Hauptstadt nutzen wollten. Sie rechneten in vier Stadtvierteln von Tripolis mit Unterstützung durch Anhänger der Revolution. Bislang konnten sich die Rebellen nach eigenen Angaben der Hauptstadt auf bis zu 80 Kilometer nähern.

"Die Brigaden von Gaddafi befinden sich im Auflösungsprozess", sagte Rebellen-Militärsprecher Ahmed al Bani der Nachrichtenagentur dpa. Es habe in den vergangenen Tagen auch schon Fälle gegeben, wo Angehörige dieser Brigaden den Aufständischen heimlich geholfen hätten. Diese Soldaten wagten aber nicht, zu desertieren. Al Bani lobte gleichzeitig die "Präzision" der Nato-Luftangriffe in Tripolis.

Libysche Angaben über 31 Tote durch Luftangriffe der Militärallianz kann die Nato nach eigenen Angaben nicht bestätigen. Er habe keine Informationen, die diese Berichte belegten, erklärte der Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen gestern. "Wir haben viel Propaganda von dem Gaddafi-Regime gesehen, und ich kann versichern, dass unsere Befehlshaber sich darauf konzentrieren, zivile Opfer zu vermeiden." dpa/afp