Putins neuer Propaganda-Apparat

Putin schafft ein riesiges Medien-Konglomerat. Das neue Sprachrohr soll helfen, den weltweiten Ruf des Riesenreiches zu verbessern. Der vom Kreml ernannte Chef ist für seinen Hass auf den Westen berüchtigt.

Mit einem gigantischen Staatspropaganda-Apparat will Kremlchef Wladimir Putin künftig das internationale Meinungsbild über Russland prägen lassen. Staatsmedien wie die Agentur Ria Nowosti und der Rundfunksender Golos Rossii (Stimme Russlands) werden künftig unter dem Namen "Internationale Nachrichtenagentur Rossija Segodnja" (Russland heute) firmieren, wie es heißt. Generaldirektor der neuen Holding wird der wegen seiner offen antiwestlichen Agitation umstrittene Journalist Dmitri Kisseljow (59), bislang Vize-Generaldirektor des Staatsfernsehens. Putins Ukas zufolge soll die neue Agentur "im Ausland über die russische Staatspolitik und das öffentliche Leben berichten". Kisseljow kündigte an, "eine gerechte Haltung zu Russland in der Welt wiederherzustellen".

Die Agentur Ria Nowosti, Medienpartner der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, kommentierte den Erlass indes ungewohnt kritisch auf ihrer englischsprachigen Internetseite. "Der Schritt ist der jüngste in einer Reihe von Veränderungen in der russischen Medienlandschaft, die auf eine Verschärfung der staatlichen Kontrolle in dem bereits stark regulierten Mediensektor hindeuten", hieß es. Wie der frühere KGB-Offizier Putin hat auch der neue Holding-Chef Kisseljow in den 1970er Jahren die Leningrader Staatliche Universität im heutigen St. Petersburg absolviert. Während Zyperns Finanzkrise stellte er die Politik von Kanzlerin Merkel mit der Enteignung der Juden durch die Faschisten unter Adolf Hitler gleich.

Ein Feindbild Kisseljows sind Homosexuelle. "Ihnen sollte verboten werden, Blut und Sperma zu spenden, und ihre Herzen sollten im Fall von Autounfällen in der Erde vergraben oder verbrannt werden, da sie ungeeignet sind, das Leben von irgendjemandem zu verlängern", sagte er einst.