"Problem ist der Mix von Cannabis, Alkohol und Designer-Drogen"

Frau Rückert, offenbar wollen die Grünen Cannabis für den Eigenverbrauch freigeben. Was halten Sie von diesem Vorstoß?Rückert: Überhaupt gar nichts.Warum?Rückert: Weil die Droge Cannabis in den letzten Jahren durch künstliche Züchtungen so hochgeputscht worden ist, dass der THC-Gehalt enorm gestiegen ist - manchmal bis ums 20-fache

Frau Rückert, offenbar wollen die Grünen Cannabis für den Eigenverbrauch freigeben. Was halten Sie von diesem Vorstoß?

Rückert: Überhaupt gar nichts.

Warum?

Rückert: Weil die Droge Cannabis in den letzten Jahren durch künstliche Züchtungen so hochgeputscht worden ist, dass der THC-Gehalt enorm gestiegen ist - manchmal bis ums 20-fache.

Was bedeutet THC-Gehalt?

Rückert: Das ist dieser Stoff Cannabis, der die Rauschzustände im Gehirn auslöst.

Wie gefährlich ist der Konsum von Cannabis?

Rückert: In Maßen ist der Konsum nicht gefährlich, aber das Problem ist die Neigung der Jugendlichen zum Mischen. Die nehmen Cannabis, Alkohol und Designer-Drogen. Und dieser Mix macht es hauptsächlich aus. Wobei man sagen muss, wenn sie täglich Cannabis nehmen, werden sie abhängig.

Wer nimmt Cannabis?

Rückert: Die Konsumenten werden immer jünger. Das fängt heute mit zwölf, 13 Jahren an. Und die Hauptgruppe würde ich benennen zwischen 15 und 27. Und es sind eher die Jungen und Männer.

Wie kann sich Cannabis auf den Konsumenten auswirken?

Rückert: Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Manche reagieren ja auch negativ auf Alkohol. Und es hängt auch von der Situation ab, in der sich der Mensch gerade befindet. Denn THC setzt sich im Gehirn fest und löst Glücksgefühle aus. Wenn man dann in einem schlechten Zustand ist, wird die Aggressivität erhöht.

Wann ist man von Cannabis abhängig?

Rückert: Darüber gibt es keine wissenschaftlichen Erklärungen. Von daher würde ich sagen, abhängig ist man dann, wenn der Stoff regelmäßig, also täglich, eingenommen wird.

Woran erkennen Eltern, ob ihre Kinder von Cannabis abhängig sind?

Rückert: Oft werden die Augen rot - so wie bei einer Bindehautentzündung. Man kann es auch daran erkennen, dass die Jugendlichen schlapp sind oder mehr Null-Bock-Phasen bekommen. Nach dem Cannabisrauchen kriegen manche oft auch einen Fress-Flash. Die rauchen, fühlen sich gut und dann müssen sie irgendwann essen ohne Ende.

Wo finden Betroffene Hilfe?

Rückert: Beim Gesundheitsamt, in jeder Drogeneinrichtung, bei Caritas, Awo oder auch bei uns.

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