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Polnischer Lkw-Fahrer soll nachträglich geehrt werden

Polnischer Lkw-Fahrer soll nachträglich geehrt werden

Die Idee einer hohen Ehrung für den beim Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag getöteten polnischen Lastwagenfahrer findet immer mehr Unterstützer. Bis gestern Abend hatten bereits mehr als 33 700 Menschen eine entsprechende Onlinepetition für Lukasz U. bei "change.org" unterzeichnet. Unterstützt wurde die Forderung auch aus der Politik. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour schrieb an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier , dass der Fahrer mit seinem heldenhaften Handeln die Bedingungen für eine Auszeichnung erfülle. Der Lkw-Fahrer soll dem Attentäter ins Lenkrad gegriffen und so eine noch größere Katastrophe verhindert haben. "Bild"-Informationen zufolge soll der Lkw-Fahrer schon Stunden vor der Tat einen Kopfschuss erlitten haben. Das soll der abschließende Obduktionsbericht ergeben haben. Unterdessen brachten CSU-Politiker auch eine Ehrung für die zwei italienischen Polizisten ins Gespräch, die den mutmaßlichen Attentäter Anis Amri vier Tage nach der Tat in der Nähe von Mailand gestellt hatten. Bei einem anschließenden Schusswechsel wurde Amri getötet und ein Polizist verletzt. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl sagte der "Bild"-Zeitung: "Die beiden italienischen Polizisten haben für ihr entschiedenes Handeln eine Auszeichnung verdient." Infrage käme auch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Doch müsste man dem Bundespräsidialamt die "Auswahl einer geeigneten Ehrung überlassen".

Unterstützung erhielt der Vorstoß auch von Rainer Wendt, dem Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft. "Die italienischen Polizisten haben sich mit ihrem Mut auch um Deutschland verdient gemacht", sagte Wendt der "Bild"-Zeitung. Auch er sprach sich für eine Auszeichnung von Lukasz U. mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik aus.