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Polizei im Land besorgt wegen Castor-Strahlung

Polizei im Land besorgt wegen Castor-Strahlung

Saarbrücken. Kurz vor dem Start des Atommüll-Transports aus Frankreich ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben herrscht unter den Einsatzkräften der Polizei Verunsicherung über die Strahlenbelastung an den Castorbehältern

Saarbrücken. Kurz vor dem Start des Atommüll-Transports aus Frankreich ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben herrscht unter den Einsatzkräften der Polizei Verunsicherung über die Strahlenbelastung an den Castorbehältern. "Wir wollen Klarheit und die Aussage, dass keine Gefahr besteht", sagte Roland Voss, der bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei im Saarland zuständig ist. Daran gebe es jedoch Zweifel. Die Strahlenbelastung sei "für die eingesetzten Kollegen eine ganz entscheidende Frage". Um die Sorgen zu zerstreuen, sollten unabhängige Gutachter eingesetzt werden.Der letzte Transport mit hoch radioaktivem Müll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague startet heute und wird voraussichtlich am Freitag die Bundesrepublik erreichen. Nach SZ-Informationen soll der Zug auch durchs Saarland - über Saarbrücken und Neunkirchen - rollen. Rund 20 000 Polizisten sind in Deutschland im Einsatz.

Nach Angaben der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) wird die Strahlenbelastung in diesem Jahr etwas höher sein als im vergangenen Jahr. Für den bevorstehenden Transport sei dennoch "mit einer deutlichen Unterschreitung der gesetzlichen Dosisgrenzwerte zu rechnen". Dagegen erklärte die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die Strahlenbelastung des Begleitpersonals entspreche binnen weniger Stunden der Jahreshöchstdosis und berge damit "ein beträchtliches Risiko".

Der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut hatte bereits vor Tagen in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der dieser Zeitung vorliegt, "Zweifel an der propagierten Ungefährlichkeit" der veröffentlichten Messungen geäußert und vor einer erhöhten Strahlenbelastung für die eingesetzten Beamten gewarnt. Er forderte sogar die komplette Absage des Atommüll-Transports. kir