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Polizei fordert härtere Strafen für betrunkene Radfahrer

Polizei fordert härtere Strafen für betrunkene Radfahrer

Münster. Jeden Abend setzen sich in Deutschland viele Menschen betrunken aufs Fahrrad, ohne dass die Polizei ihnen etwas anhaben kann. Jetzt regt sich unter Verkehrsexperten immer mehr Kritik, unter anderem in Deutschlands Fahrradhauptstadt Münster

Münster. Jeden Abend setzen sich in Deutschland viele Menschen betrunken aufs Fahrrad, ohne dass die Polizei ihnen etwas anhaben kann. Jetzt regt sich unter Verkehrsexperten immer mehr Kritik, unter anderem in Deutschlands Fahrradhauptstadt Münster. "Der Alkohol-Grenzwert von 1,6 Promille für Radfahrer ist vor über 20 Jahren festgelegt worden und völlig antiquiert", sagt der Leiter der dortigen Verkehrspolizeidirektion, Udo Weiss. Nach geltendem Recht dürfen sich Radler mit weniger als 1,6 Promille im Blut auf den Sattel schwingen und begehen nur dann eine Straftat, wenn sie mit Schlangenlinien den Verkehr gefährden oder einen Unfall verschulden. Eine Studie des Auto Clubs Europa hatte kürzlich ergeben, dass etwa jeder achte in einen Unfall mit Personenschaden verwickelte Radfahrer unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Rauschmitteln stand, während nur jeder 22. Pkw-Unfall auf Alkoholeinfluss zurückzuführen war. Bei Unfällen, die von Radfahrern verschuldet wurden, waren sogar in jedem vierten Fall Alkohol oder Drogen im Spiel. dpa/red