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Pilot-Abschluss: 4,2 Prozent mehr für Metaller

Pilot-Abschluss: 4,2 Prozent mehr für Metaller

Sindelfingen/Saarbrücken. Mit einer Einigung in letzter Minute haben Arbeitgeber und IG Metall gestern den ersten Arbeitskampf seit sechs Jahren in der Metall- und Elektro-Branche abgewendet

Sindelfingen/Saarbrücken. Mit einer Einigung in letzter Minute haben Arbeitgeber und IG Metall gestern den ersten Arbeitskampf seit sechs Jahren in der Metall- und Elektro-Branche abgewendet. Nach einem Verhandlungs-Marathon von fast 23 Stunden vereinbarten beide Seiten im traditionellen Pilot-Bezirk Baden-Württemberg eine zweistufige Anhebung von Löhnen und Gehältern um 4,2 Prozent sowie zwei Einmalzahlungen. Zudem sieht die Vereinbarung die Möglichkeit für Sonderregelungen in den Betrieben vor. Die Laufzeit beträgt 18 Monate bis zum April 2010. Unmittelbar nach der Einigung schloss der Chef der Arbeitgeber im Südwesten, Stefan Roell, einen Arbeitsplatz-Abbau in der Branche nicht aus.

Die Spitzenvertreter beider Seiten, Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser und IG-Metall-Chef Berthold Huber, sprachen sich für eine bundesweite Übernahme des Kompromisses aus. Auch im Saarland zeichnet sich nun die Bereitschaft zur schnellen Einigung ab. Der Chef des zuständigen IG-Metall-Bezirks Frankfurt, Armin Schild, plädierte dafür, das gestrige Ergebnis möglichst umgehend zu übertragen. Der 1. Bevollmächtigte der IG-Metall-Verwaltungsstelle Homburg, Werner Cappel (Foto: SZ) wertete die Einigung als "ordentlichen Abschluss". Es sei gelungen, eine Steigerung des Reallohns zu erreichen, sagte er auf Anfrage. Auch der Hauptgeschäftsführer der Metall- und Elektroindustrie Saar, Joachim Malter (Foto: bub), geht von einer schnellen Übernahme des Sindelfinger Kompromisses aus. Die Vereinbarung sei für die hiesigen Firmen "gerade noch vertretbar", sagte Malter zur SZ. Viele Auto-Zulieferer hätten allerdings Probleme, diese Mehrbelastung wegzustecken. Die Verhandlungen der saarländischen Metall-Arbeitgeber mit dem Frankfurter Bezirk der IG Metall werden nächsten Montag in Darmstadt fortgesetzt. > Seite A8: Bericht; Seite A4: Meinung dpa/low