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Peugeot-Zentrale für Deutschland verlässt im September das Saarland

Peugeot-Zentrale für Deutschland verlässt im September das Saarland

Saarbrücken. Im Saarland geht eine lange Ära zu Ende. Gestern gab der französische Autohersteller Peugeot offiziell bekannt, dass seine Deutschland-Zentrale im Rahmen einer Neustrukturierung des Unternehmens von Saarbrücken nach Köln verlegt wird

Saarbrücken. Im Saarland geht eine lange Ära zu Ende. Gestern gab der französische Autohersteller Peugeot offiziell bekannt, dass seine Deutschland-Zentrale im Rahmen einer Neustrukturierung des Unternehmens von Saarbrücken nach Köln verlegt wird. "Wir haben damit keine Entscheidung gegen das Saarland getroffen, sondern eine Entscheidung für die Zukunft unseres Konzerns", begründete Olivier Dardart als Markenvorstand Deutschland für Peugeot und Citroën das Vorgehen des Konzernvorstands in Paris. Die Entscheidung pro Köln sei am Freitag vor der saarländischen Landtagswahl gefallen und endgültig am vergangenen Montag abgesegnet worden. Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wurde laut Staaskanzlei erst gestern Nachmittag durch einen Anruf von Dardart auf ihre Mailbox informiert. Die Zusammenlegung zu einer neuen Zentrale für Peugeot und Citroën in Köln trifft 220 der 330 Mitarbeiter in Güdingen. Möglichst jedem solle ein Arbeitsplatz in Köln angeboten werden. Beide Angebote aus Köln und Saarbrücken als Sitz des künftigen Standortes von Peugeot-Citroën seien nahezu gleichwertig gewesen. Zu finanziellen Details der Angebote wollte Dardart nichts sagen. Ein Grund für den Umzug sei, dass im Ballungszentrum Köln mehr Automarken angesiedelt sind. Man finde dort mehr Autokäufer und Importeure.Die saarländische Ministerpräsidentin und Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) reagierten entsetzt auf die Entscheidung. Beide hatten in Paris ein Angebot zur Weiterentwicklung des Saarbrücker Standortes vorgestellt. Peugeot sei bisher einer der größten Steuerzahler an der Saar, es entstehe aber kein großes Loch in der Haushaltskasse, weil die Verteilung der Steuereinnahmen über den Bund geschieht.

"Uns drückt der Verlust der Arbeitsplätze, insbesondere von qualitativ hochwertigen Jobs, die Kaufkraft und der Verlust von Entscheidungskompetenzen im Land", so die Regierungschefin. SPD-Chef Heiko Maas sieht die neue Landesregierung gefordert, mit ihrer Wirtschafts- und Industriepolitik weitere Wegzüge zu verhindern. Grünen-Chef Hubert Ulrich beklagte den Verlust der Kompetenz im Ausbau der Elektromobilität. , Seite A 4: Meinung ts Foto: Iris Maurer