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Deutschland entscheidet : Parteien kämpfen bis zuletzt um jede Stimme für neuen Bundestag

Deutschland entscheidet : Parteien kämpfen bis zuletzt um jede Stimme für neuen Bundestag

Mit großem Vorsprung in den Umfragen gehen Angela Merkel und die Union in die Bundestagswahl am Sonntag. Allerdings müssen CDU und CSU mit deutlichen Verlusten gegenüber dem Ergebnis von 2013 rechnen. Angesichts des dennoch sicher erscheinenden Wahlsiegs der Kanzlerin wird vor allem das Abschneiden der AfD mit Spannung erwartet. Die Partei könnte ein zweistelliges Ergebnis erzielen und als drittstärkste Kraft in das Parlament einziehen.

Völlig offen ist, mit welcher Koalition Merkel eine vierte Amtszeit als Kanzlerin antreten könnte. Neben einer Fortsetzung der großen Koalition mit der SPD könnte, sofern das Ergebnis den Umfragen entspricht, auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen rechnerisch möglich sein. Ob es für eine Koalition nur aus CDU/CSU und FDP reicht, bleibt bis zuletzt ungewiss. Damit ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Wähler am Sonntagabend bereits wissen werden, welche Regierung sie für ihre Stimme bekommen.

Rund 61,5 Millionen Deutsche sind aufgerufen, den Bundestag zu wählen, darunter rund 800 000 im Saarland. 42 Parteien beteiligen sich bundesweit an der Wahl. Im Saarland stehen allerdings nur 15 davon auf dem Zettel. Die Wahllokale (im Saarland rund 1200) haben von acht Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Bis Sonntag legen die Parteien einen Wahlkampf-Endspurt ein. Bei einem Auftritt Merkels im hessischen Heppenheim versuchten gestern knapp 100 Störer, die Kanzlerin am Reden zu hindern. Sie hielten auch Plakate der AfD hoch und riefen „Hau ab“ und „Lüge, Lüge“.  Heute besucht Merkel  ihren Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht in Aachen  zu den Bürgern. FDP-Chef Christian Lindner macht Station in Düsseldorf und Linken-Kandidat Dietmar Bartsch kommt nach Rostock. Die Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir sind  auf einem 42-stündigen „Marathon“ durch alle 16 Bundesländer. Özdemir kommt dabei heute (16 Uhr)   auf den St. Johanner Markt in Saarbrücken.

Umfragen von Donnerstag und Freitag sehen die Union zwischen 34 und 36 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte sie 41,5 Prozent bekommen. Die SPD mit Kanzlerkandidat Schulz steht bei nur 21 bis 22 Prozent. Die AfD käme auf 11 bis 13 Prozent, die Linke auf 9,5 bis 11, die FDP auf 9 bis 9,5 und die Grünen auf 7 bis 8 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Union 41,5 Prozent bekommen, die SPD 25,7 Prozent, die Linke kam auf 8,6, die Grünen erreichten 8,4 Prozent. FDP (4,8) und AfD (4,7) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

Im Saarland werden in vier Wahlkreisen Direktkandidaten in den Bundestag gewählt. Auf bundesweites Interesse stößt dabei der Wahlkreis Saarlouis. Nur hier treten mit Peter Altmaier (CDU) und Heiko Maas (SPD) zwei akutelle Bundesminister direkt gegeneinander an.