Parteichef Lucke lässt der AfD keine Alternative

Bremen · Die „Alternative für Deutschland“ zieht Konsequenzen aus ihrem Führungsstreit: Künftig wird die Partei statt eines Spitzentrios nur noch einen Vorsitzenden haben. Neuer starker Mann dürfte der jetzige Co-Chef Bernd Lucke werden.

Der AfD-Gründer Bernd Lucke hat seine Macht in der Partei ausgebaut. Rechtzeitig vor den Wahlen in Hamburg und Bremen beschloss die "Alternative für Deutschland ", ihre Führungsstruktur zu straffen. Die Delegierten des Bundesparteitags in Bremen folgten damit Luckes Wunsch, die Partei künftig nur noch von einem Vorsitzenden führen zu lassen. Die neue Satzung wurde mit knapper Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen.

Frauke Petry und Konrad Adam, die heute zusammen mit Lucke das Führungstrio der AfD bilden, beugten sich dem Vorschlag nach anfänglich heftiger Ablehnung - auch, um den öffentlich ausgetragenen Streit zu beenden. Damit ist für Lucke der Weg frei, sich im Dezember zum alleinigen Chef der rechtskonservativen Partei wählen zu lassen. Er wollte seine Kandidatur allerdings in Bremen noch nicht bekanntgeben. Seine Konkurrentin Petry dagegen teilte mit, sie werde zur Wahl antreten.

Lucke hatte eindringlich für die Verkleinerung der Parteispitze geworben und die bisherige Arbeit des Vorstands als "stümperhaft" bewertet. Er sagte vor mehr als 1700 AfD-Anhängern, die Partei müsse professioneller geführt werden. "Wir sind kein Kegelclub oder Kaninchenzüchterverein." Einige Mitglieder warfen dem EU-Abgeordneten vor, er wolle sich zum "Alleinherrscher" der Partei aufschwingen, die aus einem liberalen und einem rechtsnationalen Flügel besteht. Ihre inhaltlichen Positionen will die AfD erst im November auf einem Programmparteitag endgültig festlegen. Lucke betonte, er wolle die Partei vom rechten Rand abgrenzen und in der politischen Mitte positionieren.

Zugleich lobte er den neuen Regierungschef Griechenlands, Alexis Tsipras . Er sei dem Linkspolitiker "sehr dankbar dafür, dass er mal aufgestanden ist und diesen Leuten in der Eurozone gezeigt hat, dass es so einfach nicht geht", betonte Lucke. Notwendig seien nun ein Schuldenschnitt und ein Austritt Athens aus der Währungsunion. Es dürfe "kein weiterer Euro nach Griechenland fließen", sagte Lucke. > , : Meinung

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