Pannenserie der Regierungsflieger: Peinlich für eine Industrienation

Pannenserie : Peinlich für eine Industrienation

Eine Zeit lang konnte man ja noch darüber schmunzeln, dass deutsche Spitzenpolitiker immer wieder in allen möglichen Teilen der Welt strandeten. Doch so langsam wird die Pannenserie bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr wirklich ärgerlich: Die Industrienation Deutschland macht sich mehr und mehr zum Gespött.

Kaum zu fassen, dass Spitzenpolitiker innerhalb von einem Dreivierteljahr gleich siebenmal nicht fliegen konnten, weil ihre Maschinen kaputt waren. Entwicklungshilfeminister Gerd Müller hat schon recht, wenn er befürchtet, dass die Marke „Made in Germany“ Schaden nimmt. Denn wie sollen wir im Ausland das Bild von der „deutschen Wertarbeit“ aufrecht erhalten, wenn wir es noch nicht einmal schaffen, unsere wichtigsten Politiker von A nach B zu befördern?

Dazu kommt: Die Misere bei der Flugbereitschaft ist symptomatisch für die schweren Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr: zu wenig einsetzbare Panzer, ungenaue Sturmgewehre, kaputte Hubschrauber. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist gut beraten, einen klaren Schwerpunkt auf die Lösung solcher Probleme zu setzen. Erst muss in die Ausrüstung investiert werden, dann kann man über mehr militärische Verantwortung in der Welt nachdenken, die die Ministerin auf der Münchner Sicherheitskonferenz erst kürzlich so großspurig ankündigte.

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