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Osten ist bei Bildung besser als der Westen

Osten ist bei Bildung besser als der Westen

Berlin/Saarbrücken. Der Osten hat bei der Bildung die Nase vorn. In der Ländervergleichsstudie "Bildungsmonitor 2010", die gestern in Berlin vorgestellt wurde, hängten Sachsen und Thüringen auf den Plätzen eins und zwei den Rest der Republik ab. Die Studienautoren lobten vor allem die Bildungsinvestitionen und das naturwissenschaftliche Engagement der ostdeutschen Länder

Berlin/Saarbrücken. Der Osten hat bei der Bildung die Nase vorn. In der Ländervergleichsstudie "Bildungsmonitor 2010", die gestern in Berlin vorgestellt wurde, hängten Sachsen und Thüringen auf den Plätzen eins und zwei den Rest der Republik ab. Die Studienautoren lobten vor allem die Bildungsinvestitionen und das naturwissenschaftliche Engagement der ostdeutschen Länder. Das Saarland rutschte um zwei Plätze nach unten und belegt nun Platz neun im bundesweiten Vergleich. Schlusslicht ist Berlin. Die Untersuchung bescheinigt allen Bundesländern bildungsökonomische Fortschritte. So seien die Bildungsausgaben pro Schüler an den allgemeinbildenden Schulen seit 2000 im Schnitt von 4600 auf 5400 Euro gestiegen. Die beiden Spitzenreiter punkteten laut Studie unter anderem dadurch, dass sie Geld, das durch sinkende Schülerzahlen frei wurde, im Bildungssystem beließen. Dies sei trotz Schuldenbremse und Haushaltskonsolidierung auch im Saarland möglich, schreiben die Autoren der Studie. Wegen sinkender Schülerzahlen könnte die Landesregierung in zehn Jahren über etwa 145 Millionen Euro verfügen und diese in allgemeinbildende Schulen investieren, hieß es. Positiv bewertet die Studie die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Saarland. Mit mehr als sieben Habilitationen pro 100 Professoren liegt das Saarland an der Spitze. Beim Anteil der Promotionen an allen Hochschulabsolventen (9,4 Prozent) schnitten nur Berlin und Hamburg besser ab. Auch bei der Verringerung der Schulabbrecherquote (Rang vier) und der Zahl der Ausbildungsplätze (Rang fünf) liegt das Saarland vorne. Bemängelt wurde dagegen die geringe Zahl von Studierten unter dem Betreuungspersonal in Kitas. Negativ bewertet wurde auch die überdurchschnittlich hohe Zahl von Lehrern, die wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand gehen. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne, Foto: SZ) sagte auf Anfrage, man werde dies überprüfen. Nachholbedarf sieht er bei der frühkindlichen Betreuung und dem Ausbau von Ganztagsschulen. Dazu werde er demnächst ein Konzept vorlegen. und Meinung ddp/dpa/jöw