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Kommentar : Nur was für den Stammtisch

Kommentar : Nur was für den Stammtisch

Verfassungsschutz-Chef Maaßen warnt mit großem Medien-Tamtam vor wenigen hundert Kindern, die juristisch nichts anderes gemacht haben, als Sohn oder Tochter eines radikalen Islamisten zu sein.

Und weil sie das sind, will er die Heranwachsenden vom Geheimdienst beobachten lassen. Er setzt sie also mit Dschihadisten gleich – und so jegliche Grundrechte außer Kraft. Ohne dies wirklich überzeugend zu begründen. Das ist schlimmstes Stammtisch-Niveau.

Denn Maaßen sagt nicht, wie diese Kinder sich vom Nachwuchs gewalttätiger Rechts- oder Linksextremer unterscheiden. Und warum er jene nicht beobachten will. Zumindest sagt er dazu jetzt nichts – obwohl diese Gruppe in Deutschland viel größer ist. Unstrittig ist, dass Kinder aus extremistischen Familien psychologische Unterstützung brauchen. Eine Verfassungsschutz-Nanny, die sie wie Schwerverbrecher in der Gesellschaft isoliert, ist dafür aber keine Hilfe. Im Gegenteil.