Nur ein blaues Auge – vorerst

Meinung:

Nur ein blaues Auge - vorerst

Von SZ-Redakteurin Monika Kühborth

Statt des Rettungswagens brauchte Angela Merkel gestern nur den kleinen Eisbeutel: Ebenso wie beim Wahl-Parteitag in Essen kam sie auch beim Karlsruher Atom-Urteil mit einem blauen Auge davon. Dabei hätte ihr kühnes Wendemanöver in der Energiepolitik richtig teuer enden können. Nun aber hat es die Kanzlerin schriftlich: Die Entscheidung zur Energiewende nach dem Reaktorunfall von Fuku shima geht - ganz grundsätzlich - in Ordnung. Die Tücke steckt allerdings im Detail, dort hat Schwarz-Gelb damals geschlampt. Weshalb die Energie-Riesen jetzt entschädigt werden müssen.

Weitere Klagen gegen den Bund laufen bereits, obwohl die Konzerne zugleich mit der Politik verhandeln, um die Haftung für die Endlagerung des Atommülls abzuwälzen. Damit dieser Deal nicht vollends zur finanziellen Wundertüte wird, ist der Bundestag am Zug: Der Entsorgungspakt darf nur dann beschlossen werden, wenn die Versorger sämtliche Klagen zurückziehen. Damit aus dem blauen Auge nicht doch noch ein blaues Wunder wird.