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Neues Ungemach für Präsident Hollande

Neues Ungemach für Präsident Hollande

Enthüllungen über zweifelhafte Finanzgeschäfte eines Beraters von François Hollande bringen Frankreichs Präsidenten weiter in Bedrängnis. Nach dem Schwarzgeldskandal um den zurückgetretenen Budgetminister Jérôme Cahuzac steht nun auch Hollandes früherer Wahlkampfmanager Jean-Jacques Augier im Rampenlicht.



Laut Tageszeitung "Le Monde" besitzt der 59-jährige Augier über seine Holding Eurane Anteile an zwei Unternehmen auf den Kaimaninseln. Hollande hatte davon nach eigenen Worten keine Kenntnis. "Ich weiß nichts von diesen Aktivitäten", sagte der Präsident gestern im marokkanischen Rabat. Augier sei Schatzmeister seiner Kampagne gewesen. Hollande wies darauf hin, dass die Finanzierung des Wahlkampfs vom Verfassungsrat im vergangenen Jahr als regulär eingeschätzt worden sei. Um private Aktivitäten Augiers müsse sich die Steuerverwaltung kümmern. Das britische Überseegebiet der Kaimaninseln gilt als "Schweiz der Karibik". Die konservative Opposition forderte eine umfassende Kabinettsumbildung, um das Vertrauen in die Regierung wiederherzustellen.

In einer Stellungnahme verteidigte Augier die Investition auf den Kaimaninseln als legal. Sie sei über eine Gesellschaft gelaufen, die seine China-Geschäfte verwalte. Er habe weder ein eigenes Konto auf der Inselgruppe noch persönlich dort Geld angelegt, sagte der im Buchhandel- und Verlagsgeschäft tätige Unternehmer. Augier gilt bis heute als Vertrauter Hollandes.