Neuer Sprengstof´f

Ursula von der Leyen ist nicht zu beneiden. Gerade erst musste sich die Verteidigungsministerin wieder mit massiven Missständen in der Bundeswehr herumschlagen: Erniedrigungen von Soldaten durch Vorgesetzte bis hin zu sexuellen Belästigungen kosteten den zuständigen Chef-Ausbilder des Heeres erst vor wenigen Tagen den Job. Und der aktuelle Fall eines Offiziers, der als falscher Flüchtling lange Zeit ein Doppelleben führen konnte, bringt die Truppe erneut massiv in Verruf. Es hilft nichts, wenn die Opposition ganz in Wahlkampfmanier die zuständigen Ministerien und Behörden nun der Unfähigkeit bezichtigt und auch die SPD sich populistisch daran beteiligt. Letztlich ist das nur Wasser auf die Mühlen der AfD. Alle Bundestagsparteien sollten ein massives Interesse an der raschen Aufklärung des Falls haben. Schließlich steht der ungeheuerliche Verdacht im Raum, die Bundeswehr könne von rechtsextremistischen Strukturen durchsetzt sein.