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Neue Schuldzuweisungen im Fall des Berlin-Attentäters

Neue Schuldzuweisungen im Fall des Berlin-Attentäters

Der Attentäter Anis Amri hätte nach Ansicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor dem Anschlag in Berlin verhaftet werden können. Spätestens Ende Oktober, nachdem Tunesien Amris Identität bestätigt habe, hätte mit guten Gründen ein Antrag auf Abschiebehaft gestellt werden können, sagte der Minister gestern als Zeuge im Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags zum Terrorfall. "Es wurde aber nicht einmal versucht." Auf den Hinweis, wonach Ende Oktober lediglich Interpol Tunis, nicht aber Tunesien Amris Identität bestätigt habe, schwächte de Maizière seine Aussage ab: "Man hätte wenigstens mal einen Antrag stellen sollen. Man hätte es versuchen müssen." De Maizière widersprach damit der NRW-Landesregierung, im Fall Amri "bis an die Grenzen des Rechtsstaats" gegangen zu sein.